4.004 Nägelesfelsen

 

NSG-Atlastext:

Landkreis Reutlingen, Stadt und Gemarkung Bad Urach

Naturraum: Mittlere Kuppenalb

Geschützt seit 1937

Größe: 12,4 Hektar

Top. Karte 7422

Das Schutzgebiet "Nägelesfelsen" zieht sich am nördlichen Ortsrand von Bad Urach an einem Steilhang über dem Ermstal hin, der von 730 Meter auf eine Höhe von 620 Meter nach Westen abfällt. Das über zwölf Hektar große Areal besteht vor allem aus fast senkrechten Weißjura-Felswänden und Felstürmen sowie aus Schutthängen, die vom Geröllschutt dieser Felsen überdeckt sind. Vor vielen Jahrtausenden veränderte ein großflächiger Bergsturz das Gesicht des steil aufragenden Nägelesfelsen. Dabei rutschten gewaltige Weißjura-Massen auf dem darunter lagernden, schmierigen Braunen Jura ins Tal. Die abgeglittenen Gesteinsmassen liegen tief unten am Hang, zum Teil auch noch in den Wiesen über der Erms. In der oberen Zone des Hanges wird die Vegetation von Steppenheide sowie Eichen- und Buchentrockenwald gebildet, wobei die vom Bergsturz entblößten Felswände nahezu unbewachsen sind. An extremen Felsstandorten, an denen sich kaum Humus anreichern konnte, breitet sich stellenweise eine echte Steppenheide aus. Wo die Humusauflage dicker ist, gehen diese kleinräumigen Flächen über in trockene Steppenheidewälder mit Flaumeiche (Quercus pubescens). Hier dominiert die Eiche neben zum Teil krüppelig gewachsener Mehlbeere (Sorbus aria), Weißdorn (Crataegus monogyna) und Sal-Weide (Salix caprea). Auf weniger steilen Bereichen stockt ein Buchen-Steppenheidewald. Weiter unten schließt sich an die fast vegetationslosen Geröllhalden ein hochwüchsiger Laubwald auf lehmigem Hangschutt an. Hier wird die Baumschicht von der Buche beherrscht, daneben finden sich aber auch Bergahorn und Esche. Wegen des dichten Kronenschlusses bleibt die Bodenvegetation in diesem Bereich sehr lückig, weist aber trotzdem einige botanische Besonderheiten auf. Noch bevor das Gelände am Nägelesfelsen unter Naturschutz gestellt wurde, hat man es bereits im Jahr 1924 als Bannwald ausgewiesen. Folglich wird das Gebiet schon sehr lange nicht mehr forstlich bewirtschaftet, weswegen sich der Wald ohne menschliches Einwirken standortgerecht entwickeln konnte