4.032 Zellerhornwiese

 

NSG-Atlastext:

Zollernalbkreis, Stadt Albstadt, Gemarkung Onstmettingen

Naturraum: Hohe Schwabenalb

Geschützt seit 1950

Größe: 4,4 ha

Top. Karte 7619

Die Zellerhornwiese liegt ca. 1 km südöstlich der Burg Hohenzollern, direkt unterhalb des Zellerhorns, einem Ausläufer der Albhochfläche auf einer Meeres- höhe von 840 - 900 m. Das Schutzgebiet wird vollständig von den Wäldern des Alb- traufs umschlossen. Es handelt sich um eine aus traditioneller Nutzung hervorgegangene Magerwiese mit einer äußerst artenreichen, hochwertigen Flora. Als besondere Kostbarkeiten seien das Berghähnlein, das Vielblättrige Läusekraut und die Wohlriechende Hän- delwurz erwähnt. Je nach Exposition, die von Nordwest bis Südwest reicht, herr- schen wechselfeuchte bis wechseltrockene Standortsverhältnisse vor. Während die flach geneigten und gleichzeitig flachgründigen Bereiche das typische Artenspek- trum einer Kalkmagerwiese zeigen, treten am Hang Blaugras-Kalkmagerrasen in unterschiedlicher Ausprägung auf. Auf tiefgründigeren Standorten überwiegen oft- mals Arten der montanen Goldhaferwiese mit Frischezeigern wie der Trollblume. Anlaß für die frühe Unterschutzstellung (1950) waren konkrete Gefährdungen der seltenen Flora wie die teilweise Nutzung als Schafweide und das Sammeln von Pflanzen. Auch nach der Unterschutzstellung blieb das Naturschutzgebiet ständig neuen Gefährdungen ausgesetzt: 1953 wollte der Südwestfunk auf dem Zellerhorn einen Fernsehsender errichten, ein Skiclub der Umgebung betrieb in den 60er Jahren einen Schlepplift innerhalb des Naturschutzgebietes. Diese Vorhaben lie- ßen sich glücklicherweise abstellen. Da das Schutzgebiet innerhalb eines viel besuchten Wandergebietes zwischen Hohenzollern und Raichberg liegt, stellt heute der Besucherdruck die Hauptge- fährdung dar. Das in der Verordnung enthaltene Wegegebot läßt sich kaum durch- setzen. Ein gelegentliches Betreten würde den Wiesen kaum schaden. Durch das Abkürzen bezeichneter Wanderwege droht jedoch die Entstehung zusätzlicher Pfade auf seither ungestörten Vegetationsflächen. Die Wanderer umgehen die vom Natur- schutz errichteten Abschrankungen oder beseitigen diese immer wieder. Seit 1975 pflegen der Pflegetrupp der Bezirksstelle und die Stadt Albstadt die Zellerhornwiese entsprechend der alten Mähdernutzung.