4.081 Känzele

 

NSG-Atlastext:

Zollernalbkreis, Stadt Albstadt, Gemarkung Tailfingen

Naturraum: Hohe Schwabenalb

Geschützt seit 1980

Größe: 3,6 ha

Top. Karte 7720

Das landschaftlich reizvolle Schutzgebiet umfaßt Wacholderheidenflächen sowie Kiefern- und Fichtenaufforstungen. Es liegt am Rande der Hochfläche der Westalb zwischen Tailfingen und Hausen im Killertal am Hang eines nach Südwesten gerich- teten Vorsprungs. Vom 910 m hoch gelegenen Känzele aus, dem höchsten Punkt des Schutzgebietes, genießt man eine herrliche Aussicht hinab ins Buchtal und ins Geißental. Der Abhang zum Buchtal hin ist in drei terrassenförmige Abschnitte gegliedert und hat eine Höhendifferenz von ca. 100 m. Den geologischen Untergrund bildet der Weißjura gamma mit Übergang zum darüber- liegenden Weißjura delta, der hier deutlich abgesetzt ist und als Schwammfels das eigentliche "Känzele" darstellt. Auch an der Vegetation ist der Wechsel des geologischen Untergrunds deutlich abzulesen: Auf Weißjura delta treten Blaugras- magerrasen mit besonders wärme- und trockenheitsliebenden Pflanzen wie z.B. der Kugelblume auf. Nach Aufgabe des Ackerbaues, der früher im Bereich des Känzele intensiv betrie- ben wurde, fand eine Beweidung mit Schafen statt. Vor 20 - 30 Jahren bepflanzte man große Teile der inzwischen entstandenen Wacholderheide mit Kiefern und einen kleinen Teil mit Fichten. Eine Teilfläche blieb als Wacholderheide erhalten und wird heute noch gelegentlich mit Schafen beweidet. Auf dem Kalkmagerrasen der Wacholderheide finden wir allein 9 Orchideenarten, daneben u.a. Frühlingsenzian und Gelber Enzian. Auch im lichtdurchlässigen Kie- fernwald gedeihen noch einige Relikte der ehemaligen Wacholderheide, hervorzu- heben sind auch hier eine Reihe von Orchideen, darunter die Braune Stendelwurz. In der Fichtenaufforstung wachsen an einigen Stellen seltene Moderhumuspflanzen wie das Netzblatt und das Einblütige Wintergrün. Zur Bewahrung der Wacholderheide mit ihrer wertvollen Flora sind Pflegemaßnahmen unabdingbar. Der Gehölzanflug muß regelmäßig beseitigt werden, um die fort- schreitende Sukzession fernzuhalten. Auch der Kiefernwald sollte hin und wieder ausgelichtet werden.