4.084 Leimen

 

NSG-Atlastext:

Zollernalbkreis, Stadt Albstadt, Gemarkung Truchtelfingen

Naturraum: Hohe Schwabenalb

Geschützt seit 1980

Größe: 25,33 ha

Top. Karte 7720

Das Naturschutzgebiet "Leimen" liegt am Osthang des Schmiechatales in ca. 150 bis 450 m Entfernung vom Stadtrand und erstreckt sich dort auf zwischen ca. 860 und ca. 930 m ü.NN gelegene Flächen im Bereich der Schichtstufen des Weißen Juras alpha, beta und gamma. Das Obere Schmiechatal, der sog. "Talgang" stellt eine äußerst dicht besiedelte Raumschaft dar. Im Talgrund und an den daran angrenzenden unteren Hangzonen ent- stand bereits ein nahezu vollständig geschlossenes Siedlungsband. Auf den hang- aufwärts daran anschließenden Flächen ist dagegen noch häufig die ursprüngliche Zonierung althergebrachter Landnutzungen der Hochalbtäler nachvollziehbar. Auf meist kleinere Ackerflächen und ausgedehnte Mähwiesen folgt bergseits eine in der Breite stark variierende Schaftrift an die sich der Hangwald anschließt. Die häufig mit Wacholder, Solitärbäumen und Hecken durchsetzten Schafweiden und der darauf folgende, meist noch naturnahe Buchenwald verfügen über eine reich- haltige Tier- und Pflanzenwelt. Das Naturschutzgebiet "Leimen" stellt einen besonders wertvollen Ausschnitt dieser Hangzonen dar. Die innerhalb des Naturschutzgebietes gelegenen Heideflächen werden gelegentlich noch mit Schafen in extensiver Weise bestoßen. Diese Form der Nutzung begünstigt typische Weidepflanzen wie Silberdistel und Frühlingsenzian und schont empfind- liche Orchideenarten, die auf stark beweideten oder brachgefallenen Flächen nicht vorkommen. Da die schwache, der schutzbedürftigen Vegetation zuträgliche Beweidung die großflächige Ausbreitung der Gehölze nicht aufhalten kann, ist eine regelmäßige Reduzierung der Gehölzbestände erforderlich. Diese Arbeiten erledigt im Naturschutzgebiet "Leimen" das Staatliche Forstamt Albstadt. In den Hangbuchenwäldern erfolgt allenfalls eine extensive, einzelstammweise Nutzung. Die Waldflächen sind sehr orchideenreich. Die sich darin erhebenden Felsen tragen teilweise das typische "Zwergmispel-Felsenbirnen-Gebüsch" mit Blutrotem Storchschnabel, Schwalbenwurz, Laserkraut und weiteren für Felsstand- orte typischen Pflanzenarten. Es finden sich dort außerdem noch Felsspaltenge- sellschaften. Von herausragender Bedeutung ist im Naturschutzgebiet "Leimen" die Pflanzenviel- falt. Diese beruht auf dem häufigen Wechsel der Standortbedingungen, wie z.B. verschiedenartigen Expositionen, kleinklimatischen Unterschieden, sehr trockenen Stellen und feuchten Quellhorizonten, Buchenwald, lichtem Saumwald, gehölzfreien Rasenflächen und zahlreichen Randzonen. Die stadtnahe Lage und am Rande des Gebietes gelegene Vereinsheime und Gaststät- ten ziehen viele Besucher an. Das in der Naturschutzverordnung enthaltene Wege- gebot wird jedoch von den Besuchern überwiegend respektiert. Zu erheblich stär- keren Beeinträchtigungen führen dagegen die Aktivitäten der Besitzer angrenzen- der Freizeitgrundstücke. Diese lagern innerhalb des Schutzgebietes Gartenabfälle und Reisig ab, legen dort Kompostmieten an und entwässern Feuchtgebiete zur Gewinnung von Gießwasser für ihre Gemüsebeete und Obstbäume. Die Anlage einer Schießbahn des örtlichen Schützenvereins