4.086 Blauer Steinbruch

 

NSG-Atlastext:

Alb-Donau-Kreis, Stadt und Gemarkung Ehingen

Naturraum: Mittlere Flächenalb

Geschützt seit 1980

Größe: 5,2 Hektar

Top. Karte 7724

Am westlichen Stadtrand von Ehingen wurde 1980 das Naturschutzgebiet "Blauer Steinbruch" ausgewiesen. Geologisch gesehen liegt es auf Weißjura zeta, in des- sen Schichtung unter den liegenden Bankkalken Zementmergel folgt. Diese Mergel, die sich aufgrund ihres hohen Kalkgehaltes gut für die Zementherstellung eignen, wurden lange Zeit abgebaut. In den 40er Jahren wurde der Steinbruch allerdings stillgelegt. Sein tiefster Bereich füllte sich daraufhin zehn Meter hoch mit Wasser, das seine auffallend blaue Farbe dem Gesteinsuntergrund verdankt. Im Nordosten, Norden und Nordwesten begrenzt die Oberkante der stehengebliebenen Felsfront das 540 bis 550 Meter hoch gelegene Schutzgebiet, im Osten und Süden markiert die Grenze ein Fußweg, der - in Absprache mit der Naturschutzverwaltung - in aufgefülltem Gelände angelegt wurde. Hier im südlichen Bereich des gut fünf Hektar großen Schutzgebiets bildete sich durch die kontinuierliche Schüttung einiger Quellen Kalktuff aus, weswegen dort einige kleinere, von Wasser durch- flossene Tümpel entstanden sind. Es sind vor allem die unterschiedlichen Stadien der Sukzession auf den steinigen Schutthalden, am See und im angrenzenden anmoorigen Gelände mit Kalktuff und Mischwald, die den Blauen Steinbruch ökologisch so interessant machen. Im Schutzgebiet wurden bislang über 100 höhere und fast 20 niedere Pflanzenarten, darunter acht Rote-Liste-Arten, nachgewiesen. Von regionaler Bedeutung sind auch die Bestände an Amphibien, die hier ideale Bedingungen zum Laichen und Überwin- tern finden. Rings um den Steinbruch leben alle vier in Baden-Württemberg heimi- schen Molcharten und weitere sechs Amphibienarten.