4.134 Mehlbaum

 

NSG-Atlastext:

Zollernalbkreis, Stadt Albstadt Gemarkung Ebingen und Margrethausen

Naturraum: Hohe Schwabenalb

Geschützt seit 1986

Größe: 12,4 Hektar

Top. Karte 7719 und 7720

Der nach Süden geneigte Hang an der Eyach zwischen Lautlingen und Ebingen weist in seinem obersten Bereich nahe des Waldtraufes in Höhe von etwa 840 Meter noch eine hochwertige Wacholderheide auf. Dieses Mehlbaum-Gebiet war vor dem Erlaß der Schutzverordnung schon seit längerer Zeit nicht mehr genutzt worden. Deshalb drohten aufwachsende Sträucher und Nadelhölzer, die hier noch vorkommenden sehr seltenen Pflanzenarten (darunter Orchideen, Enziane, Katzenpfötchen, Sumpfherzblatt und Gelbe Spargelerbse) zu verdrängen. Nach der Ausweisung als Schutzgebiet begann das Forstamt Albstadt in den Jahren 1990 und 1991 mit der Pflege der Wacholderheide, an der sich auch der Bund Naturschutz Alb-Neckar beteiligte. Dabei wurden Fichten und Kiefern herausgesägt und Weidebuchen freigestellt. Auch den Waldsaum hat man behutsam ausgelichtet. Damit wurde die Sukzession in den empfindlichsten Bereichen der Halbtrocken- und Trockenrasen gestoppt. Die Auslichtung gefiel indes nicht nur den licht- und wärmeliebenden Pflanzen- und Tierarten, sondern auch etlichen Wanderschäfern, die andernorts mit der Stadt Albstadt unter Vertrag standen. Solange die Wacholderheide mit Altgras und Gebüschen zugewachsen war, hatten sie sich für das Mehlbaum-Gebiet nicht interessiert. Jetzt aber zogen sie viel zu oft mit ihren Herden an den ausgeräumten Hang. Die Schutzverordnung erwies sich nun in zweifacher Hinsicht als dienlich: Einerseits konnte mit ihr die Auslichtung angeregt und auch finanziert werden, andererseits war es möglich, landwirtschaftliche Übernutzung durch die "moderne Wanderschäferei" auf eine am Schutzzweck orientierte Intensität zurückzuführen.