1.001 Reusenberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet ”Reußenberg” auf den Gemarkungen Hagenhof, Maulach, Rüddern und Triensbach, Gemeinde Crailsheim, Landkreis Schwäbisch Hall vom 23. Dezember 1975 (GBl. v. 17.März 1976, S. 247).

Auf Grund der §§ 4, 15 Abs. 1 und 2 sowie § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RBGl.1 S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (GBl. S. 111) und des § 10 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz über die Änderung von Zuständigkeiten der Ministerien vom 25. Juli 1972 (GBl. S. 400), wird mit Zustimmung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt folgendes verordnet:

§ 1

Die in § 2 näher bezeichneten Grundstücke auf den Gemarkungen Hagenhof, Maulach, Rüddern und Triensbach, Gemeinde Crailsheim, Landkreis Schwäbisch Hall, werden mit dem Tage des lnkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch des Regierungspräsidiums Stuttgart eingetragen und als Naturschutzgebiet ”Reußenberg” unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von ca. 182,6 ha und umfaßt folgende Grundstücke:

Gemarkung Triensbach, Gemeinde Crailsheim:
Flst. Nr. 1259/1c, 1424, 1425, 1426/1, 1426/2, 1427, 1428, 1432/2, 1433/1, 1433/2, 1434, 1435/1, 1435/2, 1436, 1437/1, 1437/2, 1437/3, 1438/1, 1438/2, 1439/1, 1439/2, 1440, 1441, 1442, 1443, 1444/1, 1444/2, 1444/3, 1444/4, 1445, 1446, 1447, 1448, 1449, 1450, 1451, 1452, 1453, 1454, 1455, 1456, 1457, 1458, 1459, 1460, 1461, 1463, 1464, 1465/1,1465/2, 1466, 1467, 1468, 1560, 1561, 1562/1, 1562/2, 1563, 1564, 1565, 1566/1, 1566/2, 1567/1, 1567/2, 1568, 1569, 1573, 1574, 1575, 1576, 1577, 1578, 1579, 1580/1, 1580/2, 1581, 1582/1, 1582/2, 1583, 1584, FW 5 (teilweise), FW 34 (teilweise), FW 35, FW 38 (teilweise), FW 39, FW 40, FW 41.

Markung Hagenhof; Gemeinde Crailsheim:
Flst. Nr. 48, 49/1, 49/2, 50/1, 50/2, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57/1, 57/2, 57/3, 58/1, 58/2, 58/3, 59, 73/1, 73/2b, 220, 221, 222, 223, 224, 226/1, 226/2, 227, 228, 229/1, 229/2, 230, 231, 234, 235a, 235b, 235c, 235d, 236/1, 236/2, 237/1, 237/2, 237/3, 238, 239, 240, 242, 243, 244, 245, 246, 247, 248/1, 248/2, 249, 250, 251, 252, 253, 254, 255, 256/1, 256/2, 257, 259, 260, 261, 262/1, 262/3, 262/4, 262/5, 262/6, 262/7, 262/8, 262/9, 263/1, 263/2, 264, 265, 266, 267, 268/1, 268/2, 269, 271, 273, 275, 276, FW 4 (teilweise), FW 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, VicW 3 (teilweise), VicW 4.

Markung Maulach, Gemeinde Crailsheim:
Flst. 170/2, 171/1, 171/2, 171/3, 171/4, 173, 175, 177, 178, 180, 181, 187, 188, 189, 190, 192, 193, 194, 195, 196, 200, 202, 203, 205, 206, 223/1, FW 14/1 (teilweise), FW 29, Bach 3.

Markung Rüddern, Gemeinde Crailsheim:
Flst. Nr. 127, 128, 129, 130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139, 140, 141, 142, 143, 154, 155, 156, 157, 158, 159, 160, 161, 162, 163, Weg 77 (teilweise).

(2)     Die Grenzen des Schutzgebiets sind in eine Übersichtskarte im Maßstab 1:25000und in sechs Flurkarten (Nr.1-6) rot eingetragen, die beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart aufbewahrt werden. Ausfertigungen der Karten befinden sich beim Landratsamt als untere Naturschutzbehörde in Schwäbisch Hall. Die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3

 

(1) Im Schutzgebiet dürfen keine Veränderungen vorgenommen werden.

(2) Insbesondere ist verboten:

1.    bauliche Anlagen, andere Anlagen oder Einrichtungen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung, auch wenn sie keiner baurechtlichen          Entscheidung bedürfen, zu errichten, wobei der Errichtung das Herstellen, Aufstellen, Anbringen, Einbauen, Ändern und die Nutzungsänderung gleichstehen;

2.    Straßen, Wege oder Plätze anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.    Bodenbestandteile einzubringen oder abzubauen, Sprengungen, Grabungen oder Bohrungen vorzunehmen, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die       Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

4.    zu zelten, zu lagern, Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu verändern;

5.    Gewässer aller Art anzulegen, zu beseitigen, zu verändern oder zu verschmutzen, Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, welche den           Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

6.    Bild- oder Schrifttafeln anzubringen;

7.    Aufforstungen vorzunehmen oder sonstige Pflanzen oder Tiere einzubringen;

8.    Pflanzen oder Pflanzenteile zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören; unter dieses Verbot fällt insbesondere auch die Entfernung von Einzelbäumen und Buschgruppen;

9.    wildlebende Tiere zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu      beschädigen sowie zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen.

§ 4

Zum Schutz und zur Erhaltung des Schutzgebiets ist weiter verboten:

1.  wildlebenden Tieren nachzustellen oder sie mutwillig zu beunruhigen;

2.  das Gelände zu befahren;

3.  Rundfunkgeräte, Plattenspieler, Tonbandgeräte oder ähnliche Geräte zu betreiben oder auf andere Weise zu lärmen:

4.  Dung oder Chemikalien einzubringen, sofern dies nicht für die landwirtschaftliche Nutzung förderlich ist.

§ 5

Unberührt bleiben:

1.           die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.           die land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, sowie die Anlage und Erweiterung von Wegen, soweit sie nach der Stellungnahme des zuständigen Landwirtschafts- bzw. Forstamts für die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung erforderlich sind, jeweils mit der Maßgabe, daß die Ränder der Weiher, Tümpel, Moore und Dolinen sowie die Bruchwälder in ihrem natürlichen Zustand erhalten bleiben;

3.           die fischereiliche Nutzung im bisherigen Umfang, in den Weihern, ausgenommen der Schwarzen Lache und den Grünen Lachen;

4.           Pflegemaßnahmen, die vom Regierungspräsidium oder der von ihm beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.           ordnungsmäßige Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder lästige Insekten;

6.           Bild- oder Schrifttafeln, die ausschließlich auf den Schutz des Gebiets, die Bewirtschaftung des Waldes oder auf Rundwanderwege hinweisen.

§ 6

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Ausnahmen genehmigt werden, wenn,

1.           die Durchführung der Bestimmungen im Einzelfall zu einer offenbar nicht beabsichtigten Härte führen würde, und die Abweichung mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist oder

2.           Gründe des allgemeinen Wohls die Genehmigung erfordern.

§ 7

(1) Wer in dem Schutzgebiet entgegen § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vorsätzlich Veränderungen vornimmt, wird nach § 21 Nr. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

(2) Wer in dem Schutzgebiet

1.           entgegen § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes fahrlässig Veränderungen vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes,

2.           vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 4 zuwiderhandelt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 2 Nr. 2 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes, und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

§ 8

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg als höhere Naturschutzbehörde vom 8. Februar 1972 (GBl. S. 396) außer Kraft.

Stuttgart, den 23. Dezember 1975
Roemer