1.007 Volkmarsberg

 

Verordnung über das ”Naturschutzgebiet Volkmarsberg” in der Markung Oberkochen, Kreis Aalen (Regierungs-Anzeiger für Württemberg vom 4. August 1938).

 

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. 1 s. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. 1 S. 1275) wird mit Bestimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

 

Der rund 1,2 Kilometer nordwestlich von Oberkochen in der Markung Oberkochen, Kreis Aalen, liegende Volkmarsberg wird mit seiner Umgebung in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzes gestellt.

 

§ 2

 

Das Schutzgebiet hat eine Größe von 68,0701 Hektar und umfaßt in der Markung Oberkochen die Parzelle Nr. 2692/1.

Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000und eine Katasterhandzeichnung 1:2500 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der Württembergischen Forstdirektion in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Aalen und dem Bürgermeister in Oberkochen.

 

§ 3

 

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

-      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

-      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

-      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

-      eine wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

-      die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände aus andere Weise zu beeinträchtigen,

-      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

-      Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf Bodenwege oder den Schutz des Gebietes hinweisen.

 

§ 4

 

Unberührt bleiben

 

-      die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

-      die ordnungsmäßige forstliche Bewirtschaftung der auf der Karte grün schraffierten beiden Teile des Schutzgebiets,

-      die ordnungsmäßige Nutzung als Schafweide, einschließlich der dazu notwendigen Rodungen nach den hierfür vereinbarten Richtlinien vom 13. Januar 1938.

 

(2)     In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

 

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

 

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im ”Regierungs-Anzeiger für Württemberg” in Kraft.

 

Stuttgart, den 29. Juli 1938

Der Württembergische Kultminister

als höhere Naturschutzbehörde

Drük