1.009 Bargauer Horn

 

Verordnung des Württ. Kultministers als höherer Naturschutzbehörde über das ”Naturschutzgebiet Bargauer Horn” in der Gemarkung Weiler in den Bergen, Kreis Schwäbisch Gmünd vom 9. Mai 1939 (Regierungs-Anzeiger für Württemberg vom 20. Mai 1939).

 

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. 1 S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. 1 S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

 

Der rund 1,5 km ostsüdöstlich von Weiler in den Bergen in der Gemarkung Weiler in den Bergen, Kreis Schwäbisch Gmünd, liegende Südwesthang des ”Bargauer Horns” wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 

Das Schutzgebiet hat eine Größe von 25,2106 Hektar und umfaßt in der Gemarkung Weiler in den Bergen die Parzellen Nr. 408/1, 414, 1103 bis 1136/1 und 1136/2.

Die Grenzen des Schutzgebietes find in eine Karte 1:25000und eine Katasterhandzeichnung 1 : 2500 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt find. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Stuttgart, der unteren Naturschutzbehörde in Schwäb. Gmünd und dem Bürgermeister in Weiler in den Bergen.

 

§ 3

 

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

-      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben und Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

-      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

-      Pflanzen oder Tiere einzubringen,

-      eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben, insbesondere Teile des Gebiets mit Nadelholz aufzuforsten, bewaldete Teile kahlzuhauen und Kunstdünger einzubringen,

-      die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

-      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

-      Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

-      Bauten zu errichten.

 

§ 4

 

(1)     Unberührt bleiben:

- die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

- die forstliche Bewirtschaftung und Nutzung der mit Wald bestockten Grundstücke im Plänterbetrieb (im Wege eines allmählichen Auszugs des ältesten Holzes),

- der Betrieb der beiden vorhandenen Steinbrüche in dem bisherigen Umfange unter möglichster Schonung der angrenzenden Holzbestände; entstehende Abräumflächen müssen bepflanzt werden,

- die Ausübung der Beweidung in der bisherigen Weise, jedoch ohne künstliche Düngung.

 

(2)     In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

 

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

 

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im ”Regierungs-Anzeiger für Württemberg” in Kraft.

 

Mergenthaler