1.019 Hülbe am Märtelesberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg über das Naturschutzgebiet ”Hülbe am Märtelesberg” auf Markung Gnannenweiler, Gemeinde Steinheim am Albuch, Landkreis Heidenheim vom 14. Juli 1967 (GBl. v. 18.08.1967 S. 139).

 

Auf Grund der §§ 4 und 15 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8.Juni 1959 (GBl. S. 53) sowie auf Grund des § 10 dieses Gesetzes in Verbindung mit den §§ 3 und 4 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17.Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums Baden-Württemberg folgendes verordnet:

 

§ 1

(1) Das Flurstück- 350 und ein daran anschließender, parallel zur Westgrenze des Flurstücks 350 verlaufender 5 m breiter Streifen des Flurstücks 349 der Gemarkung Gnannenweiler, Gemeinde Steinheim am Albuch, mit einer Größe von etwa 21,12 a werden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

(2)     Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg

in Stuttgart aufgelegten Karte im Maßstab 1:2500 in roter Farbe eingetragen. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beirn Kultusministerium Baden-Württemberg in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg in Stuttgart und beim Landratsamt Heidenheim.

 

§ 2

 

(1) Im Schutzgebiet dürfen unbeschadet der in § 3 genannten Ausnahmen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 

(2)     Insbesondere ist verboten:

- Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon zu pflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

- freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet berechtigter Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge oder sonstige lästige oder blutsaugende Insekten;

    - Pflanzen oder Tiere einzubringen;

- Wohnwagen abzustellen, zu zelten, zu lagern oder Campingplätze anzulegen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

-      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern, in das Gewässer Chemikalien oder sonstige Stoffe einzubringen, Entwässerungsgräben anzulegen oder die Bodengestalt einschließlich der Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen;

-      Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, die nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

-      bauliche Anlagen jeder Art zu errichten, Straßen oder Wege anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern.

 

§ 3

 

Unberührt bleibt die rechtmäßige Ausübung der Jagd und die forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang.

 

§ 4

 

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Nordwürttemberg Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bewilligt werden.

 

§ 5

 

Wer den Schutzbestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes mit Geldbuße belegt. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden, sofern sie dem Täter oder einem Teilnehmer gehören (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes).

 

§ 6

 

Die Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg in Kraft.

 

Stuttgart, den 14. Juli 1967

Dr. Schöneck