1.024 Eichhalde

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg über das Naturschutzgebiet ”Eichhalde” auf Markung Bissingen, Landkreis Nürtingen vom 22. September 1969 (GBl. v. 21.10.1969, S. 226).

 

Auf Grund der §§ 4 und 15 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBI. S.821) in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S.53) sowie auf Grund des § 10 dieses Gesetzes in Verbindung mit den §§ 3 und 4 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums verordnet:

 

§ 1

 

(1)     Der östlich des Linsenbachs gelegene Teil der Parzelle 5325/17 der Markung Bissingen, Größe ca. 85 ha, wird mit Ausnahme der bewaldeten nordöstlichen und südöstlichen Teilstücke und des nördlich der geradlinig verlängerten Südgrenze der Parzelle 5360 und westlich der geradlinig verlängerten Ostgrenze der Parzelle 5379 gelegenen Teils mit dem Tag des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

(2)     Die Grenzen des Naturschutzgebiets sind in einer beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg in Stuttgart aufgelegten Karte im Maßstab 1:2500 in roter Farbe eingetragen. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beim Kultusministerium in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg in Stuttgart und beim Landratsamt Nürtingen.

 

§ 2

 

(1)     Im Schutzgebiet dürfen unbeschadet der in § 3 genannten Ausnahmen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 

(2)     Insbesondere ist verboten:

 

-      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon zu pflücken, abzuschneiden oder abzureißen; unter dieses Verbot fällt insbesondere auch die Entfernung von Einzelbäumen;

-      freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

-      Aufforstungen durchzuführen oder sonstige Pflanzen oder Tiere einzubringen;

-      das Gelände zu befahren, Wohnwagen abzustellen, zu zelten, zu lagern oder Campingplätze anzulegen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

-      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Bodenmaterial, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

-      Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, die nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

-      bauliche Anlagen jeder Art zu errichten, Straßen oder Wege anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern;

-      den heideartigen Charakter des Gebiets in sonstiger Weise zu verändern; unter dieses Verbot fällt auch das Einbringen von Dung und von Chemikalien.

 

§ 3

 

Unberührt bleiben die rechtmäßige Ausübung der Jagd und die landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie Pflegemaßnahmen, die im Einvernehmen mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg durchgeführt werden.

 

§ 4

 

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Nordwürttemberg Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bewilligt werden.

 

§ 5

 

Wer den Schutzbestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes mit Geldbuße belegt. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden, sofern sie dem Täter oder einem Teilnehmer gehören (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes).

 

§ 6

 

(1)     Die Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg in Kraft.

 

(2)     Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Nürtingen vom 22.Oktober 1942 zum Schutz der Landschaftsbestandteile und Landschaftsteile im Kreis Nürtingen (veröffentlicht im Nürtinger Tagblatt vom 26. Oktober 1942) insoweit außer Kraft, als sie das in § 1 genannte Gebiet betrifft.

 

Stuttgart, den 22. September 1969

Roemer