1.025 Hägeles- und Brunnenklinge

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg über das Naturschutzgebiet ”Haegeles- und Brunnenklinge” auf Markung Ebersberg, Gemeinde Kaisersbach, im Landkreis Waiblingen vorn 13.Novernber 1969 (GBl. v. 30.12.1969, S. 306).

 

Auf Grund der §§ 4 und 15 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8.Juni 1959 (GBl. S.53) sowie auf Grund des § 10 dieses Gesetzes in Verbindung mit den §§ 3 und 4 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S.203)      wird mit Zustimmung des Kultusministeriums verordnet:

 

§ 1

 

(1)     Die in Abs. 2 näher bezeichneten Grundstücke auf Markung Ebersberg, Gemeinde Kaisersbach, im Landkreis Waiblingen werden als Naturschutzgebiet mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

(2)     Das Schutzgebiet mit einer Größe von ca. 5,4265 ha umfaßt auf der Markung Ebersberg im Gewand Rotholz F. W. Nr. 23 und von Parz. Nr. 163/l den Teil, der im Norden von F. W. Nr. 21, im Osten von der Grundstücksgrenze, im Süden von Vic. W. Nr. 1/2 und F. W. Nr. 25 und im Westen von der ehemaligen Staatswaldabteilungslinie Distr. XIV 20/21 und F. W. Nr. 22 begrenzt wird. Die Staatswaldabteilungslinie ist eine Holzabfuhrschneise, die vom F. W. Nr. 25 ca. 25 m von der Abzweigung von Vic. W. Nr. 1/2 entfernt zum F. W. Nr. 22 ca. 60 m von der Abzweigung des F.W. Nr. 23 entfernt führt.

 

(3)     Die Grenzen des Naturschutzgebiets sind in einer beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg in Stuttgart aufgelegten Karte im Maßstab 1:2500 in roter Farbe eingetragen. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beim Kultusministerium in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg in Stuttgart und beim Landratsamt Waiblingen.

 

§ 2

 

(1)     Im Schutzgebiet dürfen unbeschadet der in § 3 genannten Ausnahmen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 

(2)     Insbesondere ist verboten:

 

-      Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon zu pflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

-      freilebenden Tieren nachzustellen, sie ohne zwingenden Grund zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

-      Aufforstungen durchzuführen oder sonstige Pflanzen oder Tiere einzubringen;

-      das Gelände zu befahren, Wohnwagen abzustellen, zu lärmen, zu zelten, zu lagern oder Campingplätze anzulegen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

-      Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Entwässerungsgräben oder Gewässer aller Art anzulegen, Boden- oder Gesteinsmaterial, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

-      Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, die nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

-      bauliche Anlagen jeder Art einschließlich Einfriedigungen und Stützmauern, auch soweit sie keiner baurechtlichen Genehmigung oder Anzeige bedürfen, zu errichten, Straßen, Wege oder Lagerplätze anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern;

-      den Charakter des Gebiets in sonstiger Weise zu verändern; unter dieses Verbot fällt auch das Einbringen von Dung und von Chemikalien.

 

§ 3

 

Unberührt bleiben die rechtmäßige Ausübung der Jagd und die forstwirtschaftliche Nutzung durch das Staatl. Forstamt, die im Einvernehmen mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg erfolgt. Ein Kahlschlag ist nicht zulässig, doch bleibt die auszugsweise Nutzung von Scheidholz vor allem zur Schädlingsbekämpfung und Vermeidung von Gefahren für Besucher des Naturschutzgebietes unter Beibehaltung der Holzarten, der Zusammensetzung und des Kronenschlusses unbenommen.

 

§ 4

 

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Nordwürttemberg Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bewilligt werden.

§ 5

 

Wer den Schutzbestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes mit Geldbuße belegt. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden, sofern sie dem Täter oder einem Teilnehmer gehören (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes).

 

§ 6

 

Die Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg in Kraft.

 

Stuttgart, den 13.November 1969

In Vertretung

Dr. Neuffer