1.026 Ahorn-Lindenwald

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg über das Naturschutzgebiet ”Ahorn-Lindenwald” auf Markung Hessenau-Leofels, Gemeinde Ruppertshofen, Landkreis Crailsheim vom 14.November 1969 (GBl. v. 12.12.1969, S. 291).

 

Auf Grund der §§ 4 und 15 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBI. I S.821) in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8.Juni 1959 (GBl. S.53) sowie auf Grund des § 10 dieses Gesetzes in Verbindung mit den §§ 3 und 4 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes und des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes in der Fassung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums verordnet:

 

§ 1

 

(1)     Die in Abs.2 näher bezeichneten Grundstücke im Gewand Weinberg auf Markung Hessenau-Leofels, Gemeinde Ruppertshofen, Landkreis Crailsheim, werden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

(2)     Das Schutzgebiet umfaßt das Grundstück Parz. Nr. 287/2 mit einer Größe von 1,8004 ha und den nordwestlichen Teil des Grundstücks Parz. Nr. 281 mit einer Größe von 5,4326 ha. Letzteres wird im Südosten begrenzt durch eine gerade Linie, die vom Grenzstein am südöstlichsten Punkt der Parz. Nr. 286 zum mittleren Grenzstein an der Grenze von Parz. Nr. 281 und Parz. Nr. 250 führt. Dieser Grenzstein ist 57,5 m vom westlich gelegenen Grenzstein zwischen den Parz. Nrn. 250, 252 und 281 entfernt.

 

(3)     Die Grenzen des Naturschutzgebiets sind in einer beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg in Stuttgart aufgelegten Karte im Maßstab 1:2500 in roter Farbe eingetragen. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beim Kultusministerium in Stuttgart bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg in Stuttgart und beim Landratsamt Crailsheim.

 

§ 2

 

(1)     Im Schutzgebiet dürfen unbeschadet der in § 3 genannten Ausnahmen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 

(2)     Insbesondere ist verboten:

- Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon zu pflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

- freilebenden Tieren nachzustellen, sie ohne zwingenden Grund zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

- nicht bodenständige Pflanzen und Tiere einzubringen;

- das Gelände zu befahren, Wohnwagen abzustellen, zu zelten, zu lagern oder Campingplätze anzulegen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

- Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Entwässerungsgräben anzulegen oder Gewässer aller Art zu verändern, zu beseitigen, zu verschmutzen oder neu anzulegen, Boden- oder Gesteinsmaterial, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

- Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, die nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

- bauliche Anlagen jeder Art einschließlich Einfriedigungen und Stützmauern, auch soweit sie keiner baurechtlichen Genehmigung oder Anzeige bedürfen, zu errichten, Straßen, Wege oder Lagerplätze anzulegen,  Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern;

- den Charakter des Gebiets in sonstiger Weise zu verändern; unter dieses Verbot fällt auch das Einbringen von Dung und von Chemikalien;

- jegliche forstliche Nutzung einschl. der Beseitigung des Scheitholzes, mit Ausnahme des Holzes, das die Benützung des ausgebauten Waldweges behindert;

- plenternder Eingriffe in den südwestlich dieses Weges anschließenden Waldbestand.

 

§ 3

 

Unberührt bleibt die rechtmäßige Ausübung der Jagd.

 

§ 4

 

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Nordwürttemberg Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bewilligt werden.

 

§ 5

 

Wer den Schutzbestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach § 21 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft oder nach § 13 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes mit Geldbuße belegt. Neben der Strafe kann auf Einziehung der beweglichen Gegenstände, die durch die Tat erlangt sind, erkannt werden, sofern sie dem Täter oder einem Teilnehmer gehören (§ 22 des Reichsnaturschutzgesetzes).

 

§ 6

Die Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg in Kraft.

 

Stuttgart, den 14.November 1969

In Vertretung

Neuffer