1.027 Pleidelsheimer Wiesental

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet ” Pleidelsheimer Wiesental” vorn 28. Dezember 1977 (GBl. v. 31.01.1978, S. 99).

 

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vorn 10. Februar 1976 (GBI. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Pleidelsheim, Landkreis Ludwigsburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung ”Pleidelsheimer Wiesental”.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1)       Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 6,7685 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 15. Dezember 1977 auf dem Gebiet der Gemeinde Pleidelsheim die Grundstücke 4469-4474,4477,4480.

 

(2)       Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 schwarz und in einer Flurkarte im Maßstab 1:2500 schwarz mit roter Bandierung eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höherer Naturschutzbehörde verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Ludwigsburg als unterer Naturschutzbehörde. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung einer überregional bedeutsamen Lebensgemeinschaft vielfältiger, zum Teil existenzbedrohter Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von Vögeln, Lurchen und Insekten.

 

§ 4 Verbote

 

(1)       In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebiets oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2)       Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

11.        außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten FeuersteIlen Feuer anzumachen;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

13.        das Befahren des Schutzgebiets einschließlich der Gewässer;

14.        Modellboote zu Wasser zu bringen;

15.        Dung oder Chemikalien einzubringen;

16.        Ansitze an Vogelnester zu bauen oder Nester zum Fotografieren freizulegen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

(1)       § 4 gilt nicht

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei mit der Maßgabe, daß zwischen dem 1.März und dem 1. August eines jeden Jahres nicht gefischt werden darf, und daß fischereiliche Vereinsveranstaltungen ausgeschlossen sind;

2.            für die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung;

3.            für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßig bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 8 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

 

Stuttgart, den 28. Dezember 1977

In Vertretung

Dr. Schaude