1.030 Waldwiese im Mahdental

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Waldwiese im Mahdental" auf Markung Sindelfingen im Landkreis Böblingen vom 5.November 1971 (GBl. v. 23.06.1972, S. 345).

Aufgrund der §§ 4, 15 Abs.1 und 2 sowie 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl.I S. 821) und des § 10 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8.Juni 1959 (GBl .S. 53), beide zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6.April 1970 (GBl .S. 111), wird mit Zustimmung des Kultusministeriums verordnet:

 

§ 1

 

(1) Die Waldwiese im Mahdental im Gewann Kaufwald der Markung Sindelfingen (Teilstück der Parz. Nr. 8879) mit einer Größe von ca. 1,89 ha wird mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg in Stuttgart aufgelegten Karte im Maßstab 1:2500 eingetragen. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beim Kultusministerium in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg in Stuttgart und beim Landratsamt Böblingen. Die Karten können während der Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 2

 

(1) Im Schutzgebiet dürfen unbeschadet der in § 3 genannten Ausnahmen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

 - Pflanzen zu beschädigen, auszureissen, auszugraben oder Teile davon zu pflücken, abzuschneiden oder abzureissen; unter dieses Verbot fällt auch die Entfernung von Einzelbäumen;

 - Aufforstungen durchzuführen oder sonstige Pflanzen oder Tiere einzubringen,

 - Wohnwagen abzustellen, Campingplätze anzulegen, oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

 - Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Entwässerungsgräben anzulegen oder Gewässer aller Art zu verändern, zu beseitigen, zu verschmutzen oder neu anzulegen, Boden- oder Gesteinsmaterial, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

 - Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, die nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

- bauliche Anlagen jeder Art einschließlich Einfriedigungen und Stützmauern, auch soweit sie keiner baurechtlichen Genehmigung oder Anzeige bedürfen zu errichten, Straßen, Wege oder Lagerplätze anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern;

 - den Charakter des Gebiets in sonstiger Weise zu verändern; unter dieses Verbot fällt auch das Einbringen von Dung und von Chemikalien;

 - das Gelände zu befahren, zu lärmen, zu zelten, zu lagern, Feuer anzumachen oder Abfälle wegzuwerfen.

 

§ 3

 

 Unberührt bleiben die rechtmässige Ausübung der Jagd und die land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie Pflegemaßnahmen, die im Einvernehmen mit der Bezirksstelle für Naturschatz und Landschaftspflege Nordwürttemberg durchgeführt werden.

 

§ 4

 

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Nordwürttemberg Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bewilligt werden.

 

§ 5

 

(1) Wer in dem Schutzgebiet entgegen § 16 Abs.2 des Reichsnaturschutzgesetzes vorsätzlich Veränderungen vornimmt, wird nach § 21 Nr.1 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

 

(2) Wer in dem Schutzgebiet

1.       entgegen § 16 Abs.2 des Reichsnaturschutzgesetzes fahrlässig Veränderungen vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs.1 Nr.1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes,

2.       vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 2 Abs.2 Buchstabe h zuwiderhandelt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs.2 Nr.2 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

 

§ 6

 

Die Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg in Kraft.

 

Stuttgart, den 5.November 1971

Regierungspräsidium Nordwürttemberg

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