1.031 Hausener Wand

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Hausener Wand" auf den Gemarkungen Hausen an der Fils und Bad Überkingen, Landkreis Göppingen vom 8. November 1971(GBl. v. 23.06.1972, S. 346).

Auf Grund der §§ 4, 15 Abs. 1 und 2 sowie 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) und des § 10 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (Ges.Bl, S. 53), beide zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6. April 1970 (Ges.Bl. S. 111)wird mit Zustimmung des Kultusministeriums verordnet:

 

§ 1

 

(1) Die in Absatz 2 näher bezeichneten Grundstücke in den Gewannen Eichhalde und Gärtle auf Markung Bad Überkingen und Eichhalde, Michelsberg, Nägelesberg und Tiefental auf Markung Hausen an der Fils mit einer Gesamtfläche von ca. 77,554 ha werden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

(2) Das Schutzgebiet umfaßt von der Markung Bad Überkingen Parz. Nr. 445, 446, 517/1 und /2, 518, 520, 521, 522/1 und /2, 530 bis 532, 533/1 bis /3, 574, 535, 538/1, 553, 555/1 bis /3, 556/1 und /3, 571 sowie FW. Nr. 45, 46, 101 und von FW. Nr. 42/2 den zwischen Parz. Nr, 553 und 555/3, und den zwischen Parz, Nr. 517/1 und /2 gelegenen Teil, von der Markung Hausen an der Fils Parz. Nr, 145, 149/2 150, 213, 214, 217, 930 bis 935, 941 bis 943, 945 bis 956, 966 sowie FW. Nr 3/2, 56 und von FW. Nr. 3/1 den nördlich der Geraden vom östlichsten Grenzstein der Parz. Nr. 213 zum südlichsten Grenzstein der Parz. Nr. 150 gelegenen Teil.

 

(3) Die Grenzen des Naturschutzgebiets sind in einer beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg in Stuttgart aufgelegten Karte im Maßstab 1:2500 in roter Farbe eingetragen. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beim Kultusministerium in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg in Stuttgart und beim Landratsamt Göppingen. Die Karte kann während der Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 2

 

(1) In Schutzgebiet dürfen unbeschadet der in § 3 genannten Ausnahmen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 

 (2) Insbesondere ist verboten:

 - Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon zu pflücken, abzuschneiden oder abzureißen; unter dieses Verbot fällt insbesondere auch die Entfernung von Einzelbäumen;

 - wildlebenden Tieren nachzustellen, sie ohne zwingenden Grund zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen; insbesondere ist in der Zeit vom 15. Februar bis zum 15. Juni jeden Jahres das Klettern in der "Großen Hausener Wand" auf Parz. Nr. 943, 945 und 946 der Markung Hausen an der Fils ("Augenstein" - "Walfisch" bis "Schober" je einschließlich) verboten.

 - Aufforstungen durchzuführen oder sonstige Pflanzen oder Tiere einzubringen;

 - das Gelände zu befahren, Wohnwagen abzustellen, zu zelten, zu lagern oder Campingplätze anzulegen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

 - Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Entwässerungsgräben anzulegen oder Gewässer aller Art zu verändern, zu beseitigen, zu verschmutzen oder neu anzulegen, Boden- oder Gesteinsmaterial, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

 - Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, die nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

 - bauliche Anlagen jeder Art einschließlich Einfriedigungen und Stützmauern, auch soweit sie keiner baurechtlichen Genehmigung oder Anzeige bedürfen, zu errichten, Straßen, Wege oder Lagerplätze anzulegen,  Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern;

 - den Charakter des Gebietes in sonstiger Weise zu verändern; unter dieses Verbot fällt auch das Einbringen von Dung und von Chemikalien.

 

§ 3

 

Unberührt bleiben die rechtmässige Ausübung der Jagd und die land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie Pflegemaßnahmen, die im Einvernehmen mit der Bezirksstelle für Naturschatz und Landschaftspflege Nordwürttemberg durchgeführt werden.

 

§ 4

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Nordwürttemberg Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bewilligt werden.

 

§ 5

 

(1) Wer in dem Schutzgebiet entgegen § 16 Abs.2 des Reichsnaturschutzgesetzes vorsätzlich Veränderungen vornimmt, wird nach § 21 Nr 1 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

 

(2) Wer in dem Schutzgebiet

1.       entgegen § 16 Abs.2 des Reichsnaturschutzgesetzes fahrlässig Veränderungen vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs.1 Nr. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes,

2.       vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 2 Abs. 2 Buchst. b) zuwider freilebenden Tieren nachstellt oder sie ohne zwingenden Grund beunruhigt oder in der Zeit vom 15.Februar bis 15.Juni jeden Jahres in der "Großen Hausener Wand" klettert oder des § 2 Abs. 2 Buchst. d) zuwider lärmt oder Feuer anmacht, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs.1 Nr.1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

 

§ 6

 

(1) Die Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

2. ) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamts Geislingen zum Schutz von Landschaftsteilen vom 9.August 1937 (veröffentlicht in der Geislinger Zeitung vom 16.August 1937) insoweit außer Kraft, als sie das in § 1 festgelegte Gebiet betrifft.

 

Stuttgart, den 8.November 1971

Regierungspräsidium Nordwürttemberg

Roemer