1.034 Goldberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Goldberg" auf den Gemarkungen Trochtelfingen, Pflaumloch, Goldburghausen und Kirchheim, Landkreis Aalen vom 8.Februar 1972 (GBl. v. 15.09.1972, S. 454).

 

Auf Grund der §§ 4 und 15 Abs. 1 und 2 sowie 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBI. I S. 821) und des § 10 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8.Juni 1959 (Ges.BI. S. 53), beide zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6.April 1970 (Ges.BI. S.111), wird mit Zustimmung des Kultusministeriums verordnet:

 

§ 1

 

(1) Die in Abs. 2 näher bezeichneten Grundstücke auf den Gemarkungen Trochtelfingen, Pflaumloch, Goldburghausen und Kircheim, Landkreis Aalen, werden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch des Regierungspräsidiums Nordwürttemberg eingetragen und als Naturschutzgebiet »Goldberg« unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

(2) Das Schutzgebiet mit einer Größe von ca. 32,4528 ha umaßt auf den Gemarkungen Trochtelfingen im Gewand Goldberg die Parz. Nr. 605 bis 607, Pflaumloch im Gewand Goldberg die Parz. Nr.352 bis 355, Goldburghausen, im Gewand Goldberg die Parz. Nr.272 bis 277, 281, 283 bis 291, 293, von Parz- Nr. 282 den südöstlichen Teil von der Geraden vom Grenzstein zwischen den Parz. Nr.282, 287 und 292 zum Grenzstein zwischen den Parz. Nr.272, 282 und 294 an, von Parz. Nr.312 den südwestlichen Teil von der die östliche Grenzlinie von Parz. Nr.291 über den Grenzstein zwischen den Parz. Nr.291, 292 und 312 hinaus zur Markungsgrenze verlängernden Geraden an, Kirchheim in den Gewannen Lindenbühl, Langenberg und Am Galgen die Parz. Nr.620 bis 622, 624 bis 631, 636 bis 640, 649, 596, Parz. Nr.623 mit Ausnahme des Teils dieser Parz. der zwischen den Parz. Nr.633, 634 und 635 westlich von der die östliche Grenzlinie der Parz. Nr.633 über den nordöstlichen Grenzstein zwischen den Parz. Nr.623 und 633 hinaus zur Parz.Nr.635 verlängernden Geraden liegt, von Parz.Nr.619 den Teil, der im Norden durch die die nördliche Grenzlinie der Parz.Nr.649 über den Grenzstein zwischen den Parz.Nr.619, 648 und 649 hinaus zur Parz.Nr.638 verlängernde Gerade und im Süden durch die Gerade vom Grenzstein zwischen den Parz. Nr.619, 623 und 637 zum Grenzstein zwischen den Parz. Nr.596, 597 und 619 begrenzt wird.

 

(3) Die Grenzen des Naturschutzgebiets sind in einer beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg in Stuttgart aufgelegten Karte im Maßstab 1:2500 in roter Farbe eingetragen. Weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich beim Kultusministerium in Stuttgart, bei der Bezirkssteile für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg in Stuttgart und beim Landratsamt Aalen. Sie können dort während der Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 2

 

(1) Im Schutzgebiet dürfen unbeschadet der in § 3 genannten Ausnahmen keine Veränderungen vorgenommen werden.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

- Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon zu pflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

- freilebenden Tieren nachzustellen, sie ohne zwingenden Grund zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

- Aufforstungen durchzuführen oder sonstige Pflanzen oder Tiere einzubringen;

- das Gelände zu befahren, Wohnwagen abzustellen, zu lärmen, zu zelten, zu lagern oder Campingplatze anzulegen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

- Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Boden- oder Gesteinsmaterial, Schutt, Müll oder Unrat abzulagern oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern;

- Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, die nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

- bauliche Anlagen jeder Art einschließlich Einfriedigungen und Stützmauern, auch soweit sie keiner baurechtlichen Genehmigung oder Anzeige bedürfen zu errichten, Straßen, Wege oder Lagerplätze anzulegen, Drahtleitungen zu verlegen oder bestehende Anlagen dieser Art zu verändern;

- den Charakter des Gebiets in sonstiger Weise zu verändern; unter dieses Verbot fällt auch das Einbringen von Dung und von Chemikalien.

 

§ 3

 

Unberührt bleiben die rechtmäßige Ausübung der Jagd und die land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie Pflegemaßnahmen, die im Einvernehmen mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Nordwürttemberg durchgeführt werden.

 

§ 4

 

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Nordwürttemberg Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bewilligt werden.

 

§ 5

 

(1) Wer in dem Schutzgebiet entgegen § 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vorsätzlich Veränderungen vornimmt, wird nach § 21 Nr. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

 

(2) Wer in dem Schutzgebiet

1.       entgegen § 16 Abs.2 des Reichsnaturschutzgesetzes fahrlässig Veränderungen vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes,

2.       vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 2 Abs. 2 Buchst. b entgegen freilebenden Tieren nachstellt oder sie ohne zwingenden Grund beunruhigt oder des § 2 Abs. 2 Buchst. d entgegen das Gelände befährt, Wohnwagen abstellt, zeltet, lagert oder Feuer anmacht, handelt ordnungswidrig im Sinne da § 13 Abs. 2 Nr. 2 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

 

§ 6

 

(1) Die Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung da Landratsamts Neresheim vom 19.Februar 1937 zur Sicherung eines Naturdenkmals auf Markung Goldburghausen-Pflaumloch und Trochtelfingen außer Kraft.

 

Stuttgart, den 8.Februar 1972

Roemer