1.041 Leidenrain

 

Verordnung über das ”Naturschutzgebiet Leidenrain” in der Gemarkung Wertheim, Landkreis Tauberbischofsheim vom 08.05.1942 (Amtsblatt den 26. Mai 1942).

 

Auf Grund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. 1 S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. 1 S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde sowie mit Ermächtigung des Reichsjägermeisters auf Grund des § 36 Abs. 6 der Ausführungsverordnung vom 27. März 1935 zum Reichsjagdgesetz in der Fassung vom 5. Februar 1937 (RGBl. 1 S. 179) folgendes verordnet:

 

§ 1

 

Der rund 2 km ostsüdöstlich von Wertheim in der Gemarkung Wertheim, Landkreis Tauberbischofsheim, liegende Waldteil Leidenrain wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

 

Das Schutzgebiet hat eine Größe von 30,8943 ha und umfaßt in der Gemarkung Wertheim das Grundstück Lagerbuch Nr. 8049.

 

Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000und eine Katasterhandzeichnung 1 : 2 000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Tauberbischofsheim und dem Bürgermeister in Wertheim.

 

§ 3

 

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

-      die Horstbäume des Fischerreihers zu entfernen, die Reiher zu beunruhigen oder abzuschießen, ihre Horste zu beschädigen oder ihre Gelege auszunehmen,

-      das Betreten des Schutzgebietes in der Zeit vom 15. März bis Ende Juni außer zum Zweck der Durchführung der forstlichen Kulturarbeiten im Rahmen der jeweiligen Kulturpläne.

 

§ 4

 

(1)     Unberührt bleiben: die landwirtschaftliche und forstliche Nutzung sowie die Entfernung abgängiger Horstbäume.

(2)     In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir im Einvernehmen mit dem Gaujägermeister genehmigt werden.

 

§ 5

 

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

 

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

 

Karlsruhe, den 08. Mai 1942

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

als höhere Naturschutzbehörde

In Vertretung, Gärtner