1.042 Apfelberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet » Apfelberg « vom 11.April 1978 (GBl. v. 31.05.1978, S. 268), Berichtigung 12.12.1980 (GBl. v. 13.02.1981, S. 71).

 

Auf Grund der §§ 21, 58 Abs.2 und 4 und § 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21.0ktober 1975 (GBI. S.654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10.Februar 1976 (GBI. S.99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Werbach, Ortsteil Gamburg, Main-Tauber- Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Apfelberg« .

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 22,5 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom August 1976 auf dem Gebiet der Gemeinde Werbach, Ortsteil Gamburg, die Grundstücke Flst. 5198, 5203, 5226, 5230, 5239 (Wegparz.) den entlang von Flurstück 5260 liegenden Teil von Flurstück 5250 (Wegparzelle), 5260, 5285, den entlang von Flst. 5287 liegenden Teil von Flst. 5286 (Wegparz.), 5287, 5459, 5465, 5505, sowie den südlich einer geraden Linie vom nordöstlichen Grenzpunkt des Flst. 5198 zum nordwestlichen Grenzpunkt des Flst. 5505 liegenden Teil von Flst. 5799.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000und in einer Flurkarte im Maßstab 1:2500 schwarz eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verwahrt; Ausfertigungen befinden sich beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis als untere Naturschutzbehörde in Tauberbischofsheim. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der landschaftlichen Vielfalt und Schönheit der Kuppe des Apfelbergs mit seinen Hängen als besonders wertvoller Lebensraum einer artenreichen, Wärme und Trockenheit liebenden Pflanzen- und Tierwelt.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushaltes oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.            Anlagen zu errichten, die nach der Landesbauordnung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen (z.B. Änderungen, auch solche der Nutzung) durchzuführen;

2.            Einfriedigungen zu errichten, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

3.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen, Masten und Unterstützungen aufzustellen oder Anlagen dieser Art zu verändern, sowie Stätten für Sport und Spiel oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;

4.            die Bodengestalt zu verändern, vor allem durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung;

5.            Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

6.            Dung oder Chemikalien einzubringen;

7.            Abfälle oder Gegenstände, die zu einer rechtlich zulässigen Nutzung des Grundstücks nicht erforderlich sind, zu lagern;

8.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

9.            neu aufzuforsten oder sonstige Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

11.        die Wege zu verlassen,

12.        in dem geschützten Gelände zu reiten oder mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;

13.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

14.        Feuer anzumachen, mutwillig Immissionen, wie z.B. Lärm oder Luftverunreinigungen, zu verursachen sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

15.        Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.            für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß ein lichter Baumbestand mit natürlicher Baumartenzusammensetzung, insbesondere im Saumbereich erhalten und eine Auslichtung des nicht standorttypischen Kiefernbestandes (Schwarz- und Waldkiefern) angestrebt wird;

4.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen- und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.3 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Gleichzeitig wird die Verordnung des Badischen Ministers des Kultus und Unterrichts über das Naturschutzgebiet »Apfelberg« vom 20.Dezember 1941 aufgehoben.

 

Stuttgart, den 11.April 1978

Dr. Bulling