1.047 Reiherhalde bei Bächlingen

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Reiherhalde bei Bächlingen«, Gemeinde Langenburg im Landkreis Schwäbisch Hall vom 7. März 1974 (GBl. v. 29.04.1974, S. 183).

 

Auf Grund der §§ 4,15 Abs. l und 2 sowie § 16 Abs.2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBI.I S. 821), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung und Bereinigung von Straf- und Bußgeldvorschriften des Landes Baden-Württemberg vom 6.April 1970 (Ges.BI. S.111), und des § 10 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8.Juni 1959 (Ges.BI. S.53), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz über die Änderung von Zuständigkeiten der Ministerien vom 25. Juli 1972 (Ges.BI S.400), wird mit Zustimmung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt verordnet:

§ 1

 

(1) Die in Abs.2 näher bezeichneten Grundstücke in den Gewannen »Kronhalde«, »Birkäcker«, »Hornrain« und »Schnorrenberg« der Markung Bächlingen werden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in das Naturschutzbuch eingetragen und als Naturschutzgebiet »Reiherhalde bei Bächlingen« unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

(2) Das Naturschutzgebiet umfaßt die Grundstücke Parz. Nr.816, 826 bis 836, 844/ 1 und 844/ 2, 845, 851, 891 bis 904, von Parz. Nr.905 den südlich der Klinge zwischen den Waldabteilungen »Fuchshalde« und» Kohlplattenberg«liegenden Teil, von Parz.Nr.906 den nördlich des F.W. Nr.6 liegenden Teil und von Fluß Nr. 1 (Jagst) mit beiden Ufern den zwischen der Geraden von der Nordostecke der Parz.Nr.895 zur Südostecke der Parz.Nr.180 und der die Nordgrenze von Parz.Nr.904 über die Jagst zur Parz.Nr.l90 verlängernden Geraden gelegenen Teil. Das Naturschutzgebiet ist ca. 80 ha groß.

 

(3) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart aufgelegten Karte im Maßstab I :2500 in roter Farbe eingetragen. Weitere Ausfertigungen dieser Kartebefinden sich beim Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt in Stuttgart, bei der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Stuttgart in Stuttgart, beim Landratsamt Schwäbisch Hall und beim Bürgermeisteramt Langenburg.

 

§ 2

 

(1) Im Schutzgebiet dürfen unbeschadet der in § 3 genannten Ausnahmen keine Veränderungen oder Handlungen vorgenommen werden, die geeignet sind, Graureiher (Fischreiher) zu beunruhigen oder ihren Lebensraum zu beeinträchtigen.

 

(2) Insbesondere ist verboten

1. Wege zu verlassen, zu lärmen, Bäume zu besteigen, Feuer anzuzünden, Abfälle wegzuwerfen, zu zelten oder zu lagern;

2. bauliche Anlagen aller Art - einschließlich Beobachtungsstände und Freileitungen - zu errichten oder Wohnwagen aufzustellen;

3. Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen, Wege anzulegen oder zu verändern;

4. Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht ausschließlich auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

 

§ 3

 

Unberührt bleiben die rechtmäßige Ausübung der Jagd, der Fischerei und die land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß die Horstbäume und die umgebenden Bäume zu schonen sind, beim Absterben von Horstbäumen Ersatzbäume stehenzulassen sind, Kahlhiebe unterbleiben und Forstarbeiten, welche die Reiher stören können, während der Dauer des Brutgeschäfts unterbleiben.

 

§ 4

 

In besonderen Fällen können vom Regierungspräsidium Stuttgart Ausnahmen von den Vorschriften des § 2 bewilligt werden.

 

§ 5

 

(1) Wer in dem Schutzgebiet entgegen § 16 Abs.2 des Reichsnaturschutzgesetzes vorsätzlich Veränderungen vornimmt, wird nach § 21 Nr. I des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

 

(2) Wer in dem Schutzgebiet

1.       entgegen §16 Abs.2 des Reichsnaturschutzgesetzes fahrlässig Veränderungen vornimmt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 13 Abs.1 Nr.1 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes,

2.       vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des § 2 zuwiderhandelt, handelt ordnungswidrig im Sinne des §13 Abs. 2 Nr.2 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes, und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

 

§ 6

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Stuttgart, den 7.März 1974

Roemer