1.051 Jägerhölzle

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Jägerhölzle« vom 1. Dezember 1983 (GBl. v. 13.01.1984, S. 15).

 

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs.2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Verkündungsgesetz vom 11. April 1983 (GBl. S. 131), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Rudersberg, Rems-Murr-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Jägerhölzle «.

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 2,68 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 22.August 1983 auf dem Gebiet der Gemeinde Rudersberg, Gemarkung Zumhof, das Flst.Nr. 280, die nordwestliche Teilfläche des Flst.Nr. 253, den westlichen Teil des FW 27 (früher Weg), die westliche Teilfläche des Flst.Nr. 279, nach Osten begrenzt durch die Verlängerung der östlichen Flurstücksgrenze des Flst.Nr. 254/2 in Richtung Norden zum Vic.Weg 4/2, sowie den östlichen Teil des Vic. Weges 4/2 (früher teilweise Weg), auf Gemarkung Waldenstein die westliche Teilfläche des Flst.Nr.272 mit einer Länge von 50 m entlang der nördlichen Grenze des Vic. W 4/3 und dort nach Osten begrenzt durch die Richtung Norden verlaufende Verbindung zwischen Vic.W 4/3 und Vic. W 8/2 sowie auf eine Länge von 50 m und eine Breite von 15 m Teilstücke des Vic.W 9/2 und des Flst.Nr. 271.

 

(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 22. August 1983 im Maßstab 1:25 000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 22.August 1983 im Maßstab 1:2 500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Rems-Murr-Kreis in Waiblingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

(3) Die Verordnung mit Karten ist nach ihrer Verkündung bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung der wertvollen, artenreichen, für den Bereich des Keuperberglandes überaus seltenen Pflanzenbestände.

§ 4 Verbote

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

(2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder An- lagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.        Feuer anzumachen;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen; Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

13.        Dung oder Chemikalien einzubringen;

14.        Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen,

15.        die Wege zu verlassen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß ein lichter, von Waldkiefern und bodenbeständigen Laubhölzern sowie Wacholderbüschen beherrschter Bestand erhalten wird und keine fremdländischen Gehölze sowie Dung und Chemikalien eingebracht werden;

3.            für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Strassen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

§ 7 Meldepflicht

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich dem Landratsamt als untere Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

§ 9 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Naturschutzverordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Jägerhölzle « vom 26.Juni 1975, verkündet im Gesetzblatt 1975 S.601 außer Kraft.

 

STUTTGART, den 1. Dezember 1983

DR. BULLING