1.059 Weiherwiesen

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Weiherwiesen«vom 13.März 1978 (GBl. v. 11.05.1978, S. 242).

Auf Grund der §§ 21, 58 Abs.2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21.0ktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Essingen, Ostalbkreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Weiherwiesen«.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

Das Naturschutzgebiet besteht aus zwei Teilen mit einer Größe von zusammen ca. 27,85 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom August 1976 auf dem Gebiet der Gemeinde Essingen folgende Grundstücke, Wege und Gewässer:

Teil 1:
Flst.3638, 3693-3718, 3719/1 und/2, 3720/1 und/2, 721/1 und /2, 3722- 3734, 3740- 3743, 3744/1 und /2, 745 - 3758, 3760 - 3763, 3769, 3770, 3771/1 und /2, 3772 786, 3787/1 und /2, 3788/1 und /2, 3789 - 3793, 3794/1 und /2, 3795, 3796, 3797/1 und /2, 3798 - 3802, Teilstücke er Flst.3180/1 und 3735 - 3737 nördl. des nicht vermarkten Weges, mittlerer Teil von Flst. 3099/2, 3721 und 3776/ 1 ehemals FW 40, FW 42 und FW 43), Teich-Flst.3178, Flst. 3719 (ehemals Bach 6).

Teil 2:
Flst.3177, ein ca. 90 x 25 m großes Teilstück des Ist.3181 entlang der östlichen Grenzen von Flst.3177, im Nordwesten und Südosten begrenzt von den geradlinigen Verlängerungen der NW- und SO-Grenzen des auf der anderen Seite von Flst. 3177 liegenden Flst. 3807.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000und in einer Flurkarte im Maßstab 1 : 2500 jeweils schwarz eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verwahrt; Ausfertigungen befinden sich beim Landratsamt Ostalbkreis als untere Naturschutzbehörde in Aalen. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck ist:

1.            die Erhaltung der Feucht- und Heideflächen als Lebensraum einer wertvollen, für das Gebiet der Ostalb seltenen Pflanzen- und Tierwelt;

2.            die Erhaltung der in eindrucksvoller Weise ausgebildeten Karstphänomene und

3.            die Erhaltung des Gebiets wegen seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung als Zentrum einer früher weitverbreiteten Schafzucht.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.            Anlagen zu errichten, die nach der Landesbauordnung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen (z. B. Änderungen, auch solche der Nutzung) durchzuführen;

2.            Einfriedigungen zu errichten, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;

3.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen, Masten und Unterstützungen aufzustellen oder Anlagen dieser Art zu verändern, sowie Stätten für Sport und Spiel oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;

4.            die Bodengestalt zu verändern, vor allen durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung;

5.            Die Gewässer zu verunreinigen sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

6.            Dung oder Chemikalien einzubringen;

7.            Abfälle oder Gegenstände, die zu einer rechtlich zulässigen Nutzung des Grundstücks nicht erforderlich sind, zu lagern;

8.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

9.            neu aufzuforsten oder sonstwie Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten dieser Tiere zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

11.        die Wege zu verlassen;

12.        in dem geschützten Gebiet zu reiten, oder mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;

13.        w baden, die Wasserflächen zu befahren oder die Eisflächen zu betreten;

14.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

15.        Feuer anzumachen, mutwillig Immissionen, wie z. B. Lärm oder Luftverunreinigungen, zu verursachen, sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

16.        Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1I Nr.2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der in § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

(2) Das Landratsamt wird demnächst die Landschaftsschutzverordnung des früheren Landkreises Aalen vom 5. Dezember 1968 für das Landschaftsschutzgebiet »Weiherwiesen« (Nr. 13 der Anlage zu dieser Verordnung) aufheben.

 

Stuttgart, den 13.März 1978

Dr Bulling