1.062 Edelberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Edelberg" vom 26.April 1978 (GBl. v 09.06.1978, S. 297).

 

Auf Grund der 9§ 21, 58 Abs.2 und 4 und e 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10.Februar 1976(GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in §2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Lauda-Königshofen,Ortsteil Sachsenflur, Main-Tauber-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Edelberg".

 

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 4,2 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom April 1978 auf dem Gebiet der Stadt Lauda-KÖnigshofen, Ortsteil Sachsenflur, die Grundstücke Flst. Nr. 3318, den nördlichen Teil des Flst. 3657 zwischen nordwestlicher, westlicher und östlicher Grundstücksgrenze und einer vom Waldgrenzpunkt 8 senkrecht zum Feldweg 110 verlaufenden Verbindungslinie sowie ein 15 m breites Teilstück von Flst. Nr. 3657 entlang der östlichen Flurstücksgrenze zwischen Waldgrenzpunkt 8 und 9.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiet sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 schwarz und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1500 schwarz umrandet und rot angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutz behörde verwahrt; Ausfertigungen befinden sich beim Landratsamt Main-Tauber-Krein als untere Naturschutzbehörde in Tauberbischofaheim. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung der landschaftlichen Eigenart des Edelbergs an seinem westlichen Hang als besonders wertvoller Lebensraum einer artenreichen, Wärme und Trockenheit liebenden Pflanzen- und Tierwelt.

 

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Fotschung führen oder führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

 

1.            Anlagen zu errichten, die nach der Landesbauordnung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen, (z.B. Anderungen, auch solche der Nutzung) durchzuführen;

2.            Einfriedigungen zu errichten, soweit nicht bereits Nr.1 Anwendung findet;

3.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen, Masten und Unterstützungen aufzustellen oder Anlagen dieser Art zu verändern, sowie Stätten für Sport und Spiel oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;

4.            die Bodengestalt zu verändern, vor allem durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung;

5.            Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt den Gebiets verändern;

6.            Dung oder Chemikalien einzubringen;

7.            Abfälle oder Gegenstände, die zu einer rechtlich zulässigen Nutzung des Grundstücks nicht erforderlich sind, zu lagern;

8.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

9.            neu aufzuforsten oder sonstwie Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, sie zu entnehment zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

11.        in dem geschützten Gebiet zu reiten oder mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;

12.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

13.        Feuer anzumachen, mutwillig Immissionen, wie z.B. Lärm oder Luftverunreinigungen, zu verursachen sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

14.        Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen;

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.            für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, mit der Maßgabe, daß eine natürliche Baumartenzusammensetzung anzustreben, und der Grad des Kronenschlusses be.izube halten ist; insbesondere im Saumbereich ist ein lockerer Baumbestand zu gewährleisten;

4.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung ;

5.            für Pflegemaßnahmen die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbahörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Stuttgart,den 26.April 1978

 

Regierungspräsidium Stuttgart

 

Dr.Bulling

Regierungspräsident