1.063 Lindenberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Lindenberg" vom 26.Apr.1978 (GBl. v. 09.06.1978, S. 298).

 

Auf Grund der §§ 21, 58 Abs.2 und 4 und § 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10.Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Werbach, Main-Tauber-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Lindenberg".

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 8,7 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom März 1978 auf dem Gebiet der Gemeinde und Gemarkung Werbach die Grundstücke Flst. Nr. 2913, 2914, 2915, 2916, 2930, 2936 sowie einen 20 m breiten Streifen von Flst. 12307 entlang der Flurstücke 2913, 2914, 2930 und 2936.

 

(2) Die Grenzen des Sichutzgebiets sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000und in einer Flurkarte im Maßstab 1:2500 schwarz eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verwahrt. Ausfertigungen befinden sich beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis als untere Naturschutzbehörde in Tauberbischofsheim.

Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung eines typischen Lebensraums für eine wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen- und Tierwelt.

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.            Anlagen zu errichten, die nach der Landesbauordnung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen (z.B. Änderungen, auch solche der Nutzung) durchzuführen;

2.            Einfriedigungen zu errichten, soweit nicht bereits Nr.1 Anwendung findet;

3.            Straßen,Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen, Masten und Unterstützungen aufzustellen oder Anlagen dieser Art zu verändern, sowie Stätten für Sport und Spiel oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;

4.            die Bodengestalt zu verändern, vor allem durch Abgrabung, Auffüllung und Aufschüttung;

5.            die Gewässer zu verunreinigen sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

6.            Dung oder Chemikalien einzubringen;

7.            Abfälle oder Gegenstände, die zu einer rechtlich zulässigen Nutzung des Grundstücks nicht erforderlich sind, zu lagern;

8.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

9.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        Tiere einzubringen,.wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

11.        Aufforstungen, Umwandlungen, Ausstockungen und Kahlhiebe vorzunehmen, sowie Saat auszubringen;

12.        mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;

13.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

14.        Feuer anzumachen; Immissionen, wie z.B. Lärm oder Luftverunreinigungen, zu verursachen sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

15.        Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen.

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.            für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bishwigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß eine natürliche Baumartenzusammensetzung anzustreben und der Grad des Kronenschlusses beizubehalten ist; insbesondere im Saumbereich ist ein lockerer Baumbestand zu gewährleisten;

4.            für ordnungsmäßige Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge;

5.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Gewässer, sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

6.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

7.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 des NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Stuttgart, den 26.April 1978

 

Regierungspräsidium Stuttgart,

 

Dr.Bulling

Regierungspräsident