1.064 Kappelberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Kappelberg " vom 22.Juni 1978 (GBl. v. 31.07.1978, S. 386).

 

Auf Grund der §§ 21, 58 Abs.2 und 4 und § 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10.Februar 1976 (GBI. S. 99), wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Fellbach, Rems-Murr-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung ”Kappelberg ".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 2 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom Mai 1978 auf dem Gebiet und der Gemarkung Fellbach den südlichen Teil des Flst. Nr. 7698/2; im Norden wird das Schutzgebiet begrenzt durch eine Linie, die 10 m nördlich der gedachten Verlängerung der Nordseite von Flst. Nr. 7261 verläuft; hier beginnen die gärtnerisch genutzten Grundstücksteile.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000und in einer Flurkarte im Maßstab 1:2500 jeweils schwarz umrandet und rot angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verwahrt; Ausfertigungen befinden sich beim Landratsamt Rems-Murr-Kreis als untere Naturschutzbehörde in Waiblingen. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung des in seinem floristischen und faunistischen Artenreichtum für den Stuttgarter Raum einzigartigen Steppenheidenhanges.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushaltes oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.

 

(2) insbesondere ist verboten:

1.            Anlagen zu errichten, die nach der Landesbauordnung bauliche Anlagen sind oder als solche gelten, oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen ( z.B. Änderungen, auch solche der Nutzung) durchzuführen;

2.            Einfriedigungen zu errichten, soweit nicht bereits Nr.1 Anwendung findet;

3.            Straßen, Wege oder Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen, Masten und Unterstützungen aufzustellen oder Anlagen dieser Art zu verändern, sowie Stätten für Sport und Spiel oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;

4.            die Bodengestalt zu verändern, vor allem durch Abgrabung Auffüllung und Aufschüttung;

5.            Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

6.            Dung oder Chemikalien einzubringen;

7.            Abfälle oder Gegenstände, die zu einer rechtlich zulässigen Nutzung des Grundstücks nicht erforderlich sind, zu lagern;

8.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

9.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

11.        die Wege zu verlassen;

12.        in dem geschützten Gebiet zu reiten oder mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;

13.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

14.        Feuer anzumachen, mutwillig Immissionen, wie z.B. Lärm oder Luftverunreinigungen zu verursachen, sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

15.        Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen;

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die forstwirtschaftliche Nutzung mit dem Ziel, die Steppenheidevegetation zu erhalten;

3.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

4.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 NatSchG Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Stuttgart, den 22.Juni 1978

Regierungspräsidium Stuttgart

Dr.Schaude

Regierungsvizepräsident