1.068 Neuffener Heide

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Neuffener Heide" vom 22.September 1978 (GBl. v. 31.10.1978, S. 571).

 

Auf Grund von § 21 und. § 58 Abs.2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBI. S. 654) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Neuffen, Landkreis Esslingen, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Neuffener Heide".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 16,87 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom Juni 1978 Teilflächen der Flurstücke 7152/1 und 4033 in den Gewannen "Egert" und "Schloßbergegert" auf dem Gebiet der Stadt Neuffen.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 20.September 1978 im Maßstab 1:25000 schwarz eingetragen; das Naturschutzgebiet ist flächig rot angelegt. Weiter sind die Grenzen in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 20.September 1978 im Maßstab 1:2500 rot eingetragen und rot angeschummert. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Esslingen als untere Naturschutzbehörde in Esslingen. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung einer landschaftsbestimmenden Heide im Hangbereich des Hohenneuffen mit einer typischen Pflanzen- und Tiergesellschaft. Besonders herauszuheben ist das Vorkommen seltener geschützter Pflanzenarten der Halbtrockenrasengesellschaften.

 

§ 4 Verbote

 

1. In dem Schutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebiets, seiner Naturhaushalts oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.

2. Insbesondere ist verboten:

1.            Anlagen zu errichten, die nach der Landesbauordnung bauliche Anlagen sind, oder als solche gelten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen zum Beispiel Änderungen, auch solche der Nutzung, durchzuführen;

2.            Einfriedigungen zu errichten, soweit nicht bereits Nummer 1 Anwendung findet;

3.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen, Masten und Unterstützungen aufzustellen oder Anlagen dieser Art zu verändern, sowie Stätten für Sport und Spiel oder Erholungseinrichtungen zu schaffen;

4.            die Bodengestalt zu verändern, vor allem durch Abgrabung, Auffüllung oder Aufschüttung;

5.            Abfälle oder Gegenstände, die zu einer rechtlich zulässigen Nutzung des Grundstücks nicht erforderlich sind, zu lagern;

6.            Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

7.            Ding oder Chemikalien einzubringen;

8.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern, insbesondere neu aufzuforsten;

11.        in dem geschützten Gebiet zu reiten, mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;

12.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

13.        Feuer anzumachen, mutwillig Immissionen, wie zum Beispiel Lärm oder Luftverunreinigungen, zu verursachen, sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

14.        Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen;

15.        markierte Fußwege zu verlassen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige Iand- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke sowie der bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde Befreiung nach § 63. Naturschutzgesetz erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Stuttgart, den 22. September 1978

Regierungspräsidium Stuttgart

Dr.Bulling

Regierungspräsident