1.069 Sommerberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Sommerberg" vom 30. Januar 1979 (GBl. v. 27.03.1979, S. 108).

 

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs.2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz -NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Sachsenheim, Gemarkung Häfnerhaslach, Landkreis Ludwigsburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Sommerberg".

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 15,9 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom Mai 1978 auf dem Gebiet der Stadt Sachsenheim, Gemarkung Häfnerhaslach, die Flurstücke 1834, 1835/1, 1835/2, 1836-18389,1840, 1841. 1842/1, 1842/2, 1843,1844/1, 1844/2,1845, 1846/1, 1852-1855,1856/1-1856/3.1857/1, den südöstlichen Teil des Flurstücks 2466 sowie Teile der Feldwege 56/4, 89, 90 und 91. Die in das Schutzgebiet einbezogenen Teile von Flurstück 2466 sowie der Feldwege 56/49 89, 90 und 91 werden wie folgt begrenzt: Im Süden und Osten durch die südliche und östliche Grundstücksgrenze des Flurstücks 2466; im Westen durch eine von der Mitte der nördlichen Grenze des Flurstücks 1835/1 (Punkt A) nach Norden in Richtung auf die Mitte zwischen den beiden ersten nordöstlich vom Signalpunkt Strombergebene gelegenen Grenzsteinen (Punkte E und F) des Flurstücks 2466 (nördlich der Einmündung des Feldwegs 91 in den Vicinalweg 15/1) verlaufende Linie von 340 m Länge; im Norden durch eine vom ersten, südlich des Feldwegs 92 gelegenen Grenzstein (Punkt B) durch den nördlichen Endpunkt der Westgrenze (Punkt C) verlaufende Linie , vom nördlichen Endpunkt der Westgrenze (Punkt C) ab bis zum Schnittpunkt mit dem westlichen Rand des Feldwegs 89 (Punkt S) und von dort aus durch eine in südöstlicher Richtung verlaufende Linie, deren Endpunkte durch den Schnittpunkt mit dem westlichen Rand des Feldwegs 89 (Punkt S) und der Nordecke des Flurstücks 1847 (Punkt D) gebildet werden.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 22.Januar., 1979 im Maßstab 1:25000 schwarz eingetragen; das Naturschutzgebiet ist flächig rot angelegt. Weiter sind die Grenzen in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 22.Januar1979 im Maßstab 1:2500 schwarz eingetragen und rot angeschummert. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Ludwigsburg als untere Naturschutzbehörde in Ludwigsburg. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck ist:

1.            die Erhaltung der zum Bannwald erklärten Waldfläche;

2.            die Erhaltung und Pflege der Talaue des Krebsbaches mit seinen feuchten Wiesenflächen und typischen bachbegleitenden Gehölzgruppen als Lebensraum einer bedrohten, reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung oder Veränderung im Schutzgebiet oder seines Naturhaushalts oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen oder führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege , Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            die Gewässer zu verunreinigen sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.            Dung oder Chemikalien einzubringen;

6.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

7.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

8.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.        die Wege zu verlassen;

11.        in dem geschützten Gebiet zu reiten oder mit Fahrzeugen oder motorgetriebenen Schlitten zu fahren;

12.        zu baden, die Wasserflächen zu befahren oder die Eisflächen zu betreten;

13.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

14.        Feuer anzumachen, Immissionen, wie zum Beispiel Lärm oder Luftverunreinigungen, zu verursachen, sowie Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

15.        Plakate, Bild- oder Schrifttafeln anzubringen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei;

2.            für die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege so wie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

6.            für behördlich durchgeführte oder angeordnete Maßnahmen zur wissenschaftlichen Untersuchung des Bannwaldes.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der in § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Stuttgart, den 30.Januar 1979

 

Regierungspräsidium Stuttgart

Dr.Bulling

Regierungspräsident