1.079 Trockenhang im Lötal

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Trockenhang im Lötal" vom 6.November (GBl. v. 25.01.1980, S. 28).

 

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs.2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz -NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf der Gemarkung Schweigern, Stadt Boxberg, Main-­Tauber-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt Bezeichnung "Trockenhang im Lötal".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 3,3 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom Februar 1979 auf Gemarkung Schweigern, Stadt Boxberg, die Grundstücke 1854/1-1861/1, 1865/1-1867/1, 1870/1-1873/1, 1854/2-1861/2, 1865/2-1867/2, 1870/2-1873/2, 1862-1864, 1868,1869, 1933-1942 sowie Feldweg 1853 zwischen der nordöstlichen Grenze der Flurstücke 1854/1 und 1854/2 einerseits und andererseits der nach Süden verlängerten westlichen Grenze des Grundstücks 1873/1 welche die westliche Grenze des Feldwegs im Naturschutzgebiet bildet - bis zum Schnittpunkt dieser Linie mit der nach Westen verlängerten südlichen Grenze des Grundstücks 1873/2.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 8.Mai 1979 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 8.Mai 1979 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und flächig rot angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höherer Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis als unterer Naturschutzbehörde in Tauberbischofsheim. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung und Pflege eines Trockenhanges an der Ausmündung eines kleinen Trockentales in das Umpfertal als Lebensraum für zahlreiche existenzgefährdete Tier- und Pflanzenarten, die auf Grund der besonderen Standorteigenschaften des Klimas, Bodens und Wasserhaushalts in zahlreicher Form dort auftreten.

 

§ 4 Verbote

(1) In dem Schutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebiets oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.       bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.       Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern:

3.       die Bodengestalt zu verändern;

4.       Entwässerungs- oder andere Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.       Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.       Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.       Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen zu beschädigen oder zu zerstören;

8.       Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.       die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.    zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.    Feuer anzumachen;

12.    ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.    Dung oder Chemikalien einzubringen;

14.    die Wege zu verlassen;

15.    Erholungseinrichtungen jeglicher Art, insbesondere Feuerstellen anzulegen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht

1.       für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.       für die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.       für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.       für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.       für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Stuttgart, den 6.November 1979

Regierungspräsidium

Stuttgart

Dr.Bulling

Regierungspräsident