1.086 Rosenstein

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Rosenstein« vom 30. Januar 1981 (GBl. v. 27.02.1981, S. 76).

 

 

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs.2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBI. S. 654) wird verordnet:

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Heubach, Ostalbkreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Rosenstein«.

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 22 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 28. Juli 1980 auf dem Gebiet der Stadt Heubach auf der Gemarkung Lautern die Flurstücke 981, 983 und den Teil des Flurstücks 980/1, der durch die Verlängerung der süd-östlichen Flurstücksgrenze 983 bis zum Schnittpunkt mit der Verlängerung der südwestlichen Grenze des FIst. 983 gebildet wird;

 

auf Gemarkung Heubach einen 30 m breiten Geländestreifen des Flurstücks 1774 entlang der Südgrenze des Flurstücks 981, der Nordwest- und Südwestgrenze des Flurstücks 983 und der Südwestgrenze des Flurstücks 980/1, die durch die Verlängerung der südwestlichen Grenze des Flurstücks 983 gebildet wird.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 28. Juli 1980 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 28. Juli 1980 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Ostalbkreis als untere Naturschutzbehörde in Aalen. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten dort eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung des Ostfelsens am Rosenstein, eines markanten Felsens am Trauf der Ostalb, sowie die Erhaltung und Förderung der hier in reichem Maße vorkommenden seltenen Pflanzen- und Tiergesellschaften sowie die Schaffung eines Regenerationsraumes für besonders bedrohte Tierarten.

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

11.        Feuer anzumachen oder Feuerstellen einzurichten, sowie die im Schutzgebiet gelegenen Höhlen mit brennenden Fackeln zu betreten;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.        der Betrieb von Modellflugzeugen aller Art;

14.        der Einsatz von Hängegleitern;

15.        Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen;

16.        Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen.

 

(3) Darüber hinaus ist es verboten:

In der Zeit vom 15. Februar bis 30. Juni jeden Jahres

a) forstliche Bewirtschaftungsmaßnahmen durchzuführen;

b) das Schutzgebiet während der Nachtzeit zu betreten. Als Nachtzeit gilt die Zeit von 1 Stunde nach Sonnenuntergang bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang;

c) das Gelände, das jeweils durch eine vorübergehende Absperrung oder auf sonstige Weise als nicht zu betretende Fläche gekennzeichnet ist - auch auf Wegen- zu betreten.

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.            für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung unter der in § 4 Abs. 3 Buchst. a) ausdrücklich genannten Einschränkung mit der Maßgabe, eine artenreiche standortgemäße Laubholzdauerbestockung zu erhalten und auf über 0,2 ha hinausgehende Kahlhiebe zu verzichten;

4.            für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen;

7.            für die unter § 4 Abs. 3 Buchst. c) aufgeführte behördlich angeordnete Absperrung.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 21.Februar 1980 zur einstweiligen Sicherstellung des geplanten Naturschutzgebietes »Rosenstein«, veröffentlicht im Staatsanzeiger Nr.19 vom 5. März 1980, außer Kraft.

 

Stuttgart, den 30. Januar 1981

 

 Dr. Bulling