1.088 Feuchtfläche bei der Buchmühle

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Feuchtfläche bei der Buchmühle« vom 31.März 1981 (GBl. v. 18.05.1981, S. 254).

 

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Stimpfach und Fichtenau, Landkreis Schwäbisch Hall, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Feuchtfläche bei der Buchmühle«.

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 4,67 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 22. Januar 1980 auf den Gebieten der Gemeinden Stimpfach und Fichtenau folgende Flurstücke:

 

a) Auf Gemarkung Rechenberg, Gemeinde Stimpfach:
Teile des Flurstücks 163, begrenzt gegen Nordwesten durch die gerade Verbindungslinie zwischen dem Grenzstein Nr. 46 und dem Grenzstein Nr. 81, zwischen dem Grenzstein Nr. 46 und dem Schnittpunkt mit dem Eichisbach, gegen Südwesten durch die gerade Verbindungslinie zwischen diesem Schnittpunkt und dem nördlichsten Punkt des Flurstücks 50 (Eulenwiese Gemarkung Riegersheim), Flurstück 166 /1 (Bach), 166 / 2 (Bach), 166/10, 166/3, 166/6, 166/8, 166/11 (Bach) und 166/12 (Bach).

b) Auf Gemarkung Krettenbach, Gemeinde Fichtenau:
Teilflächen von Flurstück 121 und 122, beide gegen Norden begrenzt durch die gerade Verbindungslinie zwischen der Nordostecke von Flurstück 166/8 (Gemarkung Rechenberg) und der Südwestecke von Flurstück 126/1 der Gemarkung Krettenbach zwischen der Nordostecke von Flurstück 166/8 und dem Schnittpunkt mit der Ostgrenze von Flurstück 122 - die übrigen Grenzen fallen mit Flurstücksgrenzen zusammen - sowie dem an Flurstück 122 angrenzenden Teil des Baches 1, 3 bis zur südlichen oberen Böschungskante.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebiets sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 22.Januar 1980 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt und in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 13. Februar 1981 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höherer Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Schwäbisch Hall als unterer Naturschutzbehörde in Schwäbisch Hall. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung einer biologisch überdurchschnittlich wertvollen Feuchtfläche mit reichem Bestand an sonst seltenen Pflanzen in der Aue eines landschaftlich reizvollen, naturnahen Seitentales der oberen Jagst.

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebiets oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.            bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.            Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.            die Bodengestalt zu verändern;

4.            Verschmutzung oder Veränderung von Gewässern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

5.            Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.            Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.            Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.            Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.            die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.        Feuerstellen anzulegen oder Feuer anzumachen;

12.        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.        Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

14.        das Einbringen und die Verwendung von Chemikalien im gesamten Schutzgebiet sowie das Einbringen von Dung in die Streuwiesen;

15.        Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen;

16.        Pfade und Wege zu verlassen.

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.            für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei;

2.            für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, das heißt, die uneingeschränkte Wiesennutzung in einem rund 30 in breiten Streifen entlang des Baches und in einer ebenfalls auf der Karte eingetragenen Fläche im Nordwesten des Gebiets ist erlaubt. Eine Nutzung der Streuwiese im übrigen Gebiet ist durch eine einmalige Mahd nach dem 20. Juli jedes Jahres erlaubt;

3.            für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.            für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.            für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium, als höhere Naturschutzbehörde Befreiung nach § 63 des Naturschutzgesetzes erteilen.

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Stuttgart, den 31. März 1981

Dr. Bulling