1.096 Grimmbachmündung

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Grimmbachmündung« vom 5.Januar 1982 (GBl. v. 26.02.1982, S. 54).

 

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.Oktober 1975 (GBl. S. 654) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Braunsbach, Landkreis Schwäbisch Hall, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Grimmbachmündung«.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 8,4 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 18. Dezember 1981

auf dem Gebiet der Gemeinde Braunsbach auf Markung Geislingen am Kocher die Flurstücke Nr.621/1, 621/2, 622-627, 766-770, 1703-1706, 1709-1719,1721-1724, den westlichen Teil der Flurstücke Nr. 1707 und 1708, der durch die Verlängerung der Südwestgrenze des Flst. Nr. 1725 bis zum östlichsten Eckpunkt des Flst. Nr. 1709 gebildet wird sowie den nördlichen Teil des Flst.Nr.771/2, der durch die Verlängerung der Südgrenze über den Fluß 1 hinaus entsteht;

auf Markung Braunsbach den südöstlichen Teil (Steilhang) des Flst. Nr. 837, der gebildet wird durch die Verlängerung der Nordgrenze des Flst. 1703 auf insgesamt 100 m und von dort durch die Verbindungslinie mit dem auf der Markungsgrenze liegenden Markungsstein im Mittelpunkt der Südgrenze des FIst. 83 7.

In das Schutzgebiet einbezogen sind alle innerhalb der genannten Parzellen verlaufenden Flüsse (Fluß 1 Kocher) und Bäche (Bach 3, Grimmbach).

 

(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 17. Februar 1981 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 17. Februar 1981 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Schwäbisch Hall als untere Naturschutzbehörde in Schwäbisch Hall. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten dort eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist die Erhaltung eines großartigen Lehrbeispiels für geomorphologische Zusammenhänge und für die Dynamik eines Flusses sowie die Erhaltung einer besonders schutzwürdigen, vielfältigen Flora und Fauna.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.      die Bodengestalt zu verändern;

4.      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.      wasserbauliche Maßnahmen vorzunehmen sowie das Ufergehölz zu entfernen;

6.      Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

7.      Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

8.      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.   die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern oder Grünland umzubrechen;

11.   zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

12.   Feuer anzumachen oder Feuerstellen anzulegen;

13.   ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

14.   Erholungseinrichtungen jeglicher Art anzulegen;

15.   Chemikalien zu verwenden.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

  1. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei;

2.   für die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß Nadelgehölze oder fremdländische Laubgehölze nicht eingebracht werden;

3.   für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

4.   für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

5.   für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder übe die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft,

 

Stuttgart, den 5.Januar 1982

Dr. Kiess