1.106 Kaltenberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Kaltenberg" vorn 24. September 1982 (Staatsanzeiger Nr. 77 vom 29.09.1982).

 

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Lauda-Königshofen, Markung Königshofen, Main-Tauber-Kreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Kaltenberg".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 13 ha. Es umfaßt nach dein Stand vorn.1. Oktober 1981 auf dem Gebiet der Stadt Lauda-Königshofen, Markung Königshofen, die Flurstücke 9332/1 - 9334/1, 9336 (Weg) Teilfläche, 9337 - 9341 (Weg), 9342 - 9354, 9352/1 - 9354/1, 9358, 9358/1, 9359, 9359/1, 9360 - 9363, 9370 (Weg) Teilfläche, 9389/1, 9391/1 - 9394/1, 9396/1 - 9402/1, 10052J1 10059/1, 10062/1, 10063/1, 10066/1, 10068/1, 10070/1 - 10072/1, 10074/1, 10075/1, 10098, 10099, 10112 - 10136, 10138 - 10141, 10144, 10153, 10155 - 10203, 10188/1, 10191/1, 10192/1 1, 10197/1, 10180/1.

 

(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vorn 18. Dezember 1981 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 18. Dezember 1981 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis als untere Naturschutzbehörde in Tauberbischofsheim. Die Verordnung mit Karten kann während der Dienststunden dort eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung eines besonders wertvollen Lebensraums für eine wärme- und trockenheitsliebende Tier- und, Pflanzenwelt.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)   bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

b)   Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

c)   die Bodengestalt zu verändern;

d)   Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

e)   Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f)    Dung oder Chemikalien einzubringen;

g)   Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

h)   neu aufzuforsten oder auf sonstige Art Pflanzen öder Pflanzenteile einzubringen (mit Ausnahme von Obstbäumen), zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)     Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven. Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

j)    die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;,

k)   zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

l)     Feuer anzumachen;

m) ohne zwingenden Grund Lärrn, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen.

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

a)   für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

b)   für die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

c)   für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

d)   für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden:

e)   für behördlich angeordnete, oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Pflegemaßnahmen

 

Pflegemaßnahmen werden notwendig, um die typische Artenvielfalt von Fauna und Flora in diesem Gebiet zu erhalten.

Teile des Schutzgebietes bleiben der natürlichen Sukzession überlassen.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

 

§ 8 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 9 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung. verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 10 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Landschaftsschutzverordnung "Main-Tauber-Tal" des Landratsamts Tauberbischofsheim vom 14. Februar 1953, veröffentlicht im Gemeinsamen Amtsblatt 1953 Nr. 5 am 12. März 1953, außer Kraft, soweit sie im Geltungsbereich dieser Verordnung liegt.

 

Stuttgart, 24. September 1982

Regierungspräsidium Stuttgart

Dr. Bulling

Regierungspräsident