1.111 Ipf

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Ipf« vom 30. Dezember 1982 (GBl. v. 15.02.1983, S. 37).

 

Auf Grund von § 21 und § 58 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz-NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Bopfingen, Landkreis Ostalbkreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Ipf«.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 71 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 7. Juli 1982 auf dem Gebiet der Stadt Bopfingen, Ortsteil Bopfingen das Flurstück 1168 und Ortsteil Oberdorf das Flurstück Nr. 846.

 

(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 7.Juli 1982 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 7.Juli 1982 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde in Stuttgart verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Ostalbkreis als untere Naturschutzbehörde in Aalen. Die Verordnung mit Karten kann während der Dienststunden dort eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung des landschaftlich und kulturgeschichtlich überaus bedeutsamen, überwiegend von Wacholderheiden bedeckten Zeugenberges der Ostalb sowie die Verhinderung von Erosionsschäden.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.   bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.   Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.   die in der Flurkarte gelb dargestellte Fläche ab der Hangkante der Hochfläche bis zur bergseitigen Kante des 2. Ringwalles bzw. im Osten des 3.Ringwalles außerhalb der befestigten und in der Karte dargestellten Wege zu betreten.

4.   die Bodengestalt zu verändern;
zu graben oder einzelne Steine zu entnehmen;

5.   Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

6.   Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

7.   Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

8.   Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.   Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.       die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern,

11.       zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, motorgetriebene Schlitten zu benutzen und Motor-Modellflugzeuge zu betreiben;

12.       Feuer anzumachen;

13.       ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen und Tonwiedergabegeräte zu benutzen;

14.       Chemikalien oder Dünger einzubringen;

15.       das Reiten oder Befahren mit Fahrzeugen aller Art.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

1.   für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.   für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung als Schafweide in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.   für die forstwirtschaftliche Nutzung am Nordhang des lpfs im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß der Nadelholzwald Zug um Zug in Mischwald mit überwiegend Laubholzanteil umzuwandeln ist und keine Chemikalien eingebracht werden;

4.   für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.   für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.   für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich dem Landratsamt als untere Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Landschaftsschutzverordnung »Ipf mit Blasenberg und Reimersbergle« des Landratsamts Aalen vom 5.Dezember 1968, veröffentlicht am 20.Dezember 1968 im Gemeinsamen Amtsblatt für den Landkreis Aalen, die Städte Aalen und Ellwangen, außer Kraft, soweit sie im Geltungsbereich dieser Verordnung liegt.

Stuttgart, den 30. Dezember 1982

Dr. Bulling