1.124 Dossinger Tal

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Dossinger Tal« vom 31. August 1984 (GBl. v. 09.10.1984, S. 598).

 

Auf Grund von f 2 1, § 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBI. S. 199), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Neresheim, Ostalbkreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Dossinger Tal«.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 22,6 ha. Es umfaßt nach dem Stand von 25. Oktober 1983 auf dem Gebiet der Stadt Neresheim, Gemarkung Dorfmerkingen die Parzelle Flurstücke Nrn. 440/2, 440/6, 518 und 519/1 und 1334.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist der Schutz der Hänge im Dossinger Tal mit überdurchschnittlichem Reichtum an licht- und trockenheitsliebender Flora (Steppenheide, Steppenheidewald, Schafweide) und Fauna sowie der eindrucksvollen Felsbildungen.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

  1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.   Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.   die Bodengestalt zu verändern;

4.   Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

5.   Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

6.   Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

7.   Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.   die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

9.   zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahr zeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

10.               Feuer anzumachen;

11.               ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

12.               Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen;

13.               Wege oder Pfade zu verlassen;

14.               Tonwiedergabegeräte in Betrieb zu nehmen;

15.               Felsen zu beklettern;

16.               Hängegleiter in Bewegung zu setzen;

17.               Chemikalien und Dünger, auch mineralischer Art, einzubringen;

18.               Befahren der Heide mit Fahrzeugen aller Art;

19.               das Reiten.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

  1. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

2.   für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang (Schafweide) mit der Maßgabe, daß keine Düngung stattfindet;

3.   für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß die vegetationskundlich wertvollen Bereiche (Steppenheide, Steppenheidewald) erhalten bleiben, der Nadelholzanteil langfristig ein Drittel nicht übersteigt, fremdländische Gehölze nicht eingebracht werden und Herbizide nicht eingesetzt werden;

4.   für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.   für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.   für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich dem Landratsamt als untere Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des f 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Landschaftsschutzverordnung des Landratsamts Ostalbkreis »Dossinger Tal« vom 5. Dezember 1968, veröffentlicht im Gemeinsamen Amtsblatt für den Landkreis Aalen, die Städte Aalen und Ellwangen, außer Kraft, soweit sie im Geltungsbereich dieser Verordnung liegt.

 

Stuttgart, den 31. August 1984

Dr. Bulling