1.140 Altenberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet »Altenberg« vom 6. November 1985 (GBl. v. 17.12.1985, S. 417).

 

Auf Grund von § 21, § 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl S. 199), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zu Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Igersheim, Main-Tauber-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Altenberg«.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 87 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 3. Mai 1984 auf dem Gebiet der Gemeinde Igersheim die Flurstücke 2534-2536, 2538, 2555 (Teilfläche), 2556-2558, Gewässer 2559 (Teilfläche), -2560, 2576-2578; Weg 2666 (Teilfläche), Weg 2675 (Teilfläche), 2686, 2688 / 2, 2689, 2690 (Teilfläche), 269 1, 2694-2700, 2703, 2706, 2753, 2754, 2770-2772, 2781, 2788, 2789, 2790/1, 2790/2, 2791, 2793, 2796, 2798-2802, 2805, 2808, 2809, 2812-2815, 2816/1-/ 3, 2817-2822, 2824-2828', Weg 2829, 2830, 2831, 2833-2850, 2854, 2855, 2856, 2858, 2859, 2860/1-/8, 2861, 2862, 2867, 2868-2870, 2872, 2873, 2875, 2877, 2880- 2884, 2890/1 (Teilfläche), Weg 2890/2, Weg 2890/3, Weg 2890 (Teilfläche), Weg 2890/4 (Teilfläche), Weg-289015, 2897, Gewässer 2899 (Teilfläche); 2902, Weg 2903 (Teilfläche), 294 6 2948, (Teilfläche), 2949 (Teilfläche), 2950 (Teilfläche), 2952 (Teilfläche), 2953 (Teilfläche), 2954, 2965, 2966, Weg 2967, 2970, 2972, 2974 und 2975.

 

(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 3. Mai 1984 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 3. Mai 1984 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis in Tauberbischofsheim auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(3) Die Verordnung mit Karten ist nach ihrer Verkündung bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung

naturnaher Waldbestände

des Erlenbachtals

der Halbtrockenrasen mit den charakteristischen Steinriegeln zur Sicherung der typischen Tier- und Pflanzengesellschaften.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dein Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

  1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.   Straßen Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.   die Bodengestalt zu verändern; insbesondere durch Abgrabung, Auffüllung oder Aufschüttung;

4.   Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;

5.   Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.   Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.   Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.   Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.   die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern; insbesondere aufzuforsten;

10.               zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder

11.               Feuerstellen anzulegen oder Feuer außerhalb von behördlich eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen anzumachen;

12.               ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen, Tonwiedergabegeräte zum Zwecke der Tonwiedergabe in Betrieb zu nehmen;

13.               Geländefahrzeuge mit und ohne Motorantrieb in Betrieb zu nehmen;

14.               Hängegleiter in Bewegung zu setzen;

15.               das Reiten;

16.               Erholungseinrichtungen, ausgenommen Holzbänke, zu erstellen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

(1) § 4 gilt nicht:

  1. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei;

2.   für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit dem Ziel, die naturnahe, standortgerechte Bestockung zu erhalten. Der Bereich des Staatswaldes (Flst. 2890/1, Distrikt 3) ist entsprechend der Schonwalderklärung der Forstdirektion Stuttgart vom 1. Oktober 1984 zu bewirtschaften;

3.   für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) kein Grünland in Ackerland umgewandelt wird;
b) keine Intensivobstanlagen angelegt werden;
c) auf brachliegenden Heideflächen (Halbtrockenrasen) kein Dünger und keine Spritzmittel verwendet werden;

4.   für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.   für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.   für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich der Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung treten die Naturdenkmale Nr.9/3a, b E-2 Eichen und 9/7 F Diptamstandort der Naturdenkmalschutzverordnung des Landratsamts Main-Tauber-Kreis vom 21.Dezember 1981, veröffentlicht im Amtsblatt des Main-Tauber-Kreises vom 30./31.Dezember 1981, und die Landschaftsschutzverordnung »Igersheim« des Landratsamts Main-Tauber-Kreis vom 1.August 1979, veröffentlicht im GBI. S. 524, außer Kraft, soweit sie im Geltungsbereich dieser Verordnung liegen.

 

Stuttgart, den 6. November 1985

Dr. Bulling