1.153 Buchenbachtal

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet "Buchenbachtal" vom 10. Oktober 1989 (GBl. v. 15.12.1989, S. 509).

 

Auf Grund von § § 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch Artikel 49 der Anpassungsverordnung des Innenministeriums vom 19. März 1985 (GBI. S. 71) wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Affalterbach, Landkreis Ludwigsburg und der Gemeinde Burgstetten, Rems-Murr-Kreis werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Buchenbachtal«.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 118,4 ha. Es umfaßt das Tal des Buchenbachs, beginnend nördlich des Gollenhofs bis zur Mündung einschließlich der Talflanken. Dies sind auf dem Gebiet der Gemeinde und Gemarkung Affalterbach (Kreis Ludwigsburg) die Flste. Nr. 3861/1, 3867, 3871, 3872/1-/3, 3873-3885, 4788 (Teilfläche)

 

Gemeinde Burgstetten Gemarkung Burgstall (Rems-Murr-Kreis) die Flste. Nr. 493-505, 509-516, 521-528/1 und /2, 530-536, 539, 543, 550, 550/1-552, 568, 569, 571-573, 586/1 (Teilfläche), 1169-1183, 1230, 1231/1 und /2, 1232/1-/3, 1233-1235/1 und /2, 1236/143, 1237-1240,1244,1280-1284,1285/1 und /2,1286-1291/ 1, 1292/143, 1294, 1298, Teil v. 977/6

Gemarkung Kirschenhardthof, Gemeinde Burgstetten (Rems-Murr-Kreis) die Flste.Nr. 369 (Teilfläche), 393 (Teilfläche), 427, 462, 463, 465, 467/2, 468-470, 473/1, 474, 475/2 (Teilfläche), 475/4, 4761245, 477, 493, 494, 497,499

Gemarkung Steinächle (Gemeinde Affalterbach, Kreis Ludwigsburg) die Flste.Nr. 1, 2/1 (Teilfläche), 4/1 (Teilfläche), 15, 15/1, 16, 17, 34 (Teilfläche), 35-37/1, 38-42, 44 (Teilfläche), 44/143, 45, 46/1 und /2, 47-49, 50-53/1, 54, 55, 56, 57 (Weg), 57/1, 57/2, 58, 59/1, 59/ 2, 60 (Teilfläche), 61, 63, 64/1,89 (Teilfläche), 46 Wa 2 Buchenbach

Gemarkung Wolfsölden (Gemeinde Affalterbach, Kreis Ludwigsburg) die Flste.Nr. 66-69,71,72/1 und /2, 73/1 und /2, 74, 75, 79/1, 82-87/1 und /2, 88, 121-124, 133-137/1 und /2, 138-141, 144-164, 165/1 und /2, 166-168, 171 (Teilfläche), 172-177, 196-198/1 und /2, 199/1 und /2, 1.00, 201/1 und /2, 202-210, 212-215/1 und /2, 216-224/1 und /2, 229 (Teilfläche), 230-244, 1019, 1032, 1035-1042, 1050-1054, 1055/143, 1057, 1058, 1060,1062-1074,1076-107811-/3, 1079-1083/1-/4, 1084-1088, 1090-1095/1, 1097, 1098, 1100, 1102, 1104, 1112, 1112/144, 1114-1116, 1119/1 und /2, 1120-1130, 1131/1 und /2, 1132/1 und /2, 1133/1 und / 2, 1134-1136/1-/4, 1137-1139/1-/5, 1140, 1143 /1 und / 2, 1144-1156, 1159-1165, 1168-1172, 1175, 1178, 1179.

 

(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 26. April 1989 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vorn 26. April 1989 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteile der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und bei den Landratsämtern Ludwigsburg und Rems-Murr-Kreis sowie bei der Stadt Backnang als vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft auf die Dauer von drei Wochen beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(3) Die Verordnung mit Karten ist nach ihrer Verkündung bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung des Wiesentales, die Bewahrung vor Fremdnutzung, (u. a. Camping, Erholungseinrichtungen, Erholungsbetrieb), die Erhaltung bzw. Wiederherstellung des Laubwaldcharakters der in der Flurkarte mit »II« gekennzeichneten Waldgebiete sowie die Sicherung der Ufergehölze als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

  1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.   Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.   die Bodengestalt zu verändern;

4.   Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern sowie Gewässer zu verunreinigen;

5.   Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.   Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.   Pflanzen der Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.   Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.   die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

10.               zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen, oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

11.               Feuer anzumachen;

12.               ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.               Chemikalien einzubringen;

14.               mit Motorfahrzeugen zu fahren;

15.               zu reiten;

16.               Tonwiedergabegeräte zu benutzen;

17.               Modellflugzeuge fliegen zu lassen;

18.               Hunde unangeleint laufen zu lassen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

  1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und der Fischerei;

2.   für ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.   für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß der in der Flurkarte mit »II« gekennzeichnete Wald als Laubwald (Buche, Eiche, Hainbuche, Esche, Bergahorn, Linde, Ulme, Feldahorn, Kirsche usw.) entsprechend dem Schutzzweck bewirtschaftet wird und Pflegeeingriffe in Waldsäume sowie in das Ufergehölz nur nach Rücksprache mit der zuständigen unteren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle vorgenommen werden;

4.   für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

5.   für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

6.   für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann das Regierungspräsidium als höhere Naturschutzbehörde nach § 63 des Naturschutzgesetzes Befreiung erteilen.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich dem Landratsamt als untere Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

(2) Gleichzeitig tritt die Landschaftsschutzverordnung »Unteres Murrtal« vom 3.Januar 1984 (GBI. 1985, S. 118) des Regierungspräsidiums Stuttgart außer Kraft, soweit das Landschaftsschutzgebiet im Geltungsbereich dieser Verordnung liegt.

 

(3) Mit rechtskräftigem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim vom 29. September 1988 sind die Verordnung vorn 3. Juli 1987 (GBI. S. 324) sowie die Änderungsverordnung vom 19. Mai 1988 (GBI. S. 170) über das Naturschutzgebiet »Buchenbachtal« für nichtig erklärt worden.

 

Stuttgart. den 10. Oktober 1989

Dr. Bulling