1.171 Auweiher (Rotach)

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Auweiher« vom 5. November 1990 (GBl. v. 21.12.1990, S. 416).

 

Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch die 3. Anpassungsverordnung des Innenministeriums vom 13. Februar 1989 (GBI. S. 101) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBI. 1979, S. 12), zuletzt geändert durch die 3. Anpassungsverordnung des Innenministeriums vom 13. Februar 1989 (GBI. S. 101), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Wört und Ellenberg, Landkreis Ostalbkreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Auweiher«.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1)Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 22,8 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 18. Mai 1990

auf dem Gebiet der Gemeinde Wört, Gemarkung Wört, Flur 0, die Flurstücke Nrn. 222 (teilweise), 223/1 (teilweise), 224/1 (teilweise), FW 33 (teilweise), 224, 224/2, 224/3, 226 (teilweise), 227/1 (teilweise);

auf dem Gebiet der Gemeinde Wört, Gemarkung Wört, Flur 3 (Schönbronn), die Flurstücke Nrn. 329 (teilweise), 329/1 (teilweise), 329/2 (Weg), 431, 432;

auf dem Gebiet der Gemeinde Ellenberg, Gemarkung Ellenberg, Flur 1 (Breitenbach), die Flurstücke Nrn. 617, 619/1 (teilweise), 620/1 (teilweise), 620/4, 620/5, 621, 622/1, 622/3, 622/4 (Weg, teilweise), 623.

 

(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 18. Mai 1990 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt, sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 18. Mai 1990 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Ostalbkreis in Aalen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung eines Weihers mit großflächigen Flachwasser- und Verlandungszonen sowie ausgedehnter Riedflächen als Lebensraum seltener und vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.         bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.         Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.         die Bodengestalt zu verändern;

4.         Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern, sowie Gewässer zu verunreinigen;

5.         Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.         Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

7.         Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

8.         Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.         die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern mit Ausnahme der Umwandlung von Acker- in Grünland;

10.      zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge öder Verkaufsstände aufzustellen oder Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen;

11.      Feuer anzumachen;

12.      ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

13.      zu angeln, zu baden, eiszulaufen oder die Wasserflächen mit Fahrzeugen aller Art zu befahren;

14.      die Wege zu verlassen;

15.      Chemikalien oder Dünger einzubringen;

16.      zu reiten;

17.      Hunde außerhalb von Wegen laufen zu lassen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

  1. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß
    a) die Jagd auf Stockenten erst ab 1. Oktober jeden Jahres erfolgt,
    b) keine jagdlichen Einrichtungen erstellt werden;

2.   für die ordnungsmäßige Ausübung der Fischerei
a) am Auweiher in Form einer ordnungsmäßigen teichwirtschaftlichen Nutzung bzw. der ordnungsmäßigen Ausübung der Angelfischerei vom Damm und von insgesamt acht Stegen innerhalb des in der Flurkarte gekennzeichneten Bereichs, wobei am Nordufer maximal fünf Angelstege und am Südufer maximal drei Angelstege zulässig sind. Das Abmähen von Schwimmblattpflanzen ist einmal jährlich im Umkreis von 25 m um die Angelstege gestattet. Das Angeln vom Boot und die Durchführung von Preis- und Wettfischen ist untersagt.
b) in den übrigen Fischteichen in Form von ordnungsmäßiger teichwirtschaftlicher Nutzung mit Kontroll- und Abfischung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

3.   für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

4.   für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, den Nadelwald bei seiner Verjüngung in einen standortgerechten Mischwald umzuwandeln;

5.   für die bestimmungsgemäße Nutzung der Grundstücke Flurstücke Nrn. 329 (teilweise) und 32912 (Weg) gemäß § 38 Abs. 1 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz;

6.   für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

7.   für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

8.   für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 7 Meldepflicht

 

Schäden im Naturschutzgebiet sind von den Grundstückseigentümern oder den sonstigen Berechtigten unverzüglich dem Landratsamt als untere Naturschutzbehörde unmittelbar oder über die Gemeinde mitzuteilen.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 in Verbindung mit § 5 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 in Verbindung mit § 5 dieser Verordnung die Jagd ausübt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die »Zweite Landschaftsschutzverordnung für den Bereich des früheren Landkreises Aalen« des Landratsamtes Ostalbkreis vom 24. Septem­ber 1973 über das Landschaftsschutzgebiet »Weiher im Raum Ellenberg-Wört-Stödtlen-Tannhausen«, veröffentlicht im Amtsblatt des Ostalbkreises vom 19. Oktober 1973, für den räumlichen Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.

 

STUTTGART, den 5. November 1990

DR. ANDRIOF