1.211 Griesbuckellandschaft Demmingen

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Griesbuckellandschaft Demmingen« vom 29. Mai 1995 (GBl. v. 25.07.1995, S. 532).

 

Auf Grund von §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch Gesetz vom 7. Februar 1994 (GBI. S. 73), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Dischingen, Landkreis Heidenheim, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Griesbuckellandschaft Demmingen«.

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus zehn Teilflächen mit einer Gesamtgröße von rund 25,2 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 1. Mai 1991 auf dem Gebiet der Gemeinde Dischingen, Gemarkung Demmingen, Landkreis Heidenheim, die Flurstücke Nrn. 345/1 teilweise (tw), 345/2, 400, 412, 413, 420/2, 421 tw, 424, 449, 455 tw, 491, 493 tw, 508 tw, 551 tw.

 

(2) Das Schutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 31. März 1993 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 31. März 1993 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Heidenheim in Heidenheim auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.

 

(3) Die Verordnung mit Karten ist nach Ablauf der Auslegungsfrist bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.

 

§ 3 Schutzzweck

 

a)   Schutzzweck ist

b)   die Erhaltung und Sicherung einer ausgeprägten, teils wald- und teils steppenheidebedeckten Griesbuckellandschaft wegen ihrer besonderen Eigenart;

c)   die Erhaltung und Sicherung der ökologisch wertvollen Lebensräume seltener Pflanzen- und Tierarten, darunter gefährdete Arten der Roten Liste wie zum Beispiel Mondraute und Küchenschelle;

d)   die Erhaltung des typischen Landschaftsbildes.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dein Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung, der wissenschaftlichen Forschung fuhren können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

1.         bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

2.         Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

3.         die Bodengestalt zu verändern;

4.         Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern, sowie Gewässer zu verunreinigen;

5.         Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

6.         land- oder forstwirtschaftliche Produkte zu lagern;

7.         Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

8.         Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

9.         Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

10.      die Art der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern;

11.      Dünger oder Chemikalien einzubringen;

12.      zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen;

13.      Fahrsilos anzulegen;

14.      Feuer anzumachen;

15.      ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

16.      das Gebiet mit Fahrzeugen jeglicher Art zu befahren;

17.      Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle, zu starten oder zu landen;

18.      Abgrabungen vorzunehmen;

19.      auf den Steppenheideflächen der Griesbuckel Spitzbergle, Buchberg, Buchbergle, Dörrbergle und Kuhreisberg zu pferchen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht

  1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

2.   für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen Maßnahmen nach § 4 Abs. 2 Nr. 19;

3.   für die zeitweilige Haltung von Schafen im mobilen Weidezaun;

4.   für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Zielvorstellung, daß die vorhandenen Nadelbaumbestände im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung langfristig in naturnahe, standortgerechte Laubbaumbestände umgebaut werden;

5.   für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

6.   für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle - im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt - angeordnet werden;

7.   für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 7 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung der höheren Naturschutzbehörde - im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen Staatlichen Forstamt - festgelegt.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 in Verbindung mit § 5 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.

 

(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung des Landratsamtes Heidenheim zum Schutz von Landschaftsteilen im Kreis Heidenheim vom 20. März 1978 (GBI. S. 204) bezüglich der Landschaftsteile

»Alte Burg südwestlich von Demmingen« (LSG 12.66)

»Spitzbergle südwestlich von Demmingen« (LSG 12.65)

»Buchberg mit Umgebung westlich von Demmingen« (LSG 12.63)

»Kuhreisberg, Dörrbergle, Kammerbergle mit Umgebung nördlich von Demmingen« (LSG 12.64) für den räumlichen Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.

Die Naturdenkmalverordnung des Landratsamtes Heidenheim vom 7. März 1984 (Heidenheimer Zeitung und Heidenheimer Neue Presse vom 14. März 1984) tritt bezüglich des nunmehr im Naturschutzgebiet liegenden Naturdenkmals Nr. 1/26 (Griesbuckel Dörrbergle) außer Kraft.

 

STUTTGART, den 29. Mai 1995

DR. ANDRIOF