Durch Flurneuordnungsverf. mit Grenzverschiebungen zw. Reg.-bez. KA und Stgt. am 7.04.05 entstanden:

 

1.263 Großglattbacher Riedberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Großglattbacher Riedberg" vom 21. Dezember 1979 (GBl. v. 14.02.1980, S. 92).

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Mühlacker, Gemarkung Großglattbach, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Großglattbacher Riedberg".

 

§ 2 Schutzgegenstand

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von etwa 34 ha.

(2) Es umfaßt nach dem derzeitig gültigen Kartenstand auf dem Gebiet der Stadt Mühlacker, Gemarkung Großglattbach, die Grundtücke: Flst.Nrn. 3352, 3405, 3406, 3408/1, 3408/2. 3409,3410, 3412-3416, 3433, 3434, 3436-3452, 3454-3456, 3457/1 (teilweise), 3457/2 (teilweise), 3459, 3460, 3462, 3464. 3465, 3470 (teilweise), 3528, 3529, 3531-3537, 3540-3546, 3548, 3552-3554, 3556, 3557/1, 3557/2, 3560, 3676-3678, 3680, 3682. 3684, 3685, 3686, 3688-3698, 3700, 3704-3706, 3710, 3712, 3716, 3718-3722, 3724, 3727-3730, 3732, 3735-3737, 3740-3744, 3746-3748, 3750-3772, 3774, 3776, 3778-3784, 3786-3788, 3790, 3792-3794, 3796, 3797, 3798. 3799, 3800. 3802, 3805-3809, 3814-3816, 3818-3821, 3823, 3824, 3826-3838, 3840-3846, 3848-3852, 3854, 3856/1, 3856/2, 3857-3872, 39753982 (alle teilweise), 3984 (teilweise), 3986-3988 (alle teilweise), 3990-3992, 4002-4004, 4006, 4007, Flurweg FW 18 (teilweise), Bach 2/2 (teilweise) »Glattbach«.

(3) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte (Meßtischblatt) Maßstab 1:25000 und in einer Detailkarte (Flurkarte) Maßstab 1:2500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe in Karlsruhe verwahrt. Eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Enzkreis in Pforzheim. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung einer naturnahen Halbtrockenrasengesellschaft sowie von Feuchtbiotopen als vielfältiger Lebensraum seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

 

§ 4 Verbote

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

(2) Insbesondere ist verboten:

        1.          bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

        2.          Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

        3.          die Bodengestalt verändern;

        4.          Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

        5.          Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

        6.          Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

        7.          Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

        8.          Tiere einzubringen, wildlebenden Tiere nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten; Puppen, Larven, Eier, Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

        9.          die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

   10.          zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

   11.          Feuer anzumachen;

   12.          ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

   13.          die Wege zu verlassen;

   14.          Herbizide, Fungizide und Insektizide aller Art einzubringen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

§ 4 gilt nicht für:

        1.          die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei;

        2.          die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß eine schonwaldartige Bewirtschaftung mit mittel- und langfristigen Laubholzbetriebszieltypen mit Kiefernbeimischung vorgenommen wird;

        3.          die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

        4.          Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

        5.          behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

Die für das Schutzgebiet erforderlichen Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden je nach Erfordernis durch die höhere Naturschutzbehörde oder in ihrem Einvernehmen im Rahmen eines Pflegeplanes oder durch Einzelanordnungen durchgeführt.

 

§ 7 Befreiungen

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 21. Dezember 1979

Dr. Müller

 

Änderung:

Durch Flurneuordnungsverf. mit Grenzverschiebungen zw. Reg.-bez. KA und Stgt. am 7.04.05 Flächenreduzierung von 0,6 ha.