2.008 Margaretenschlucht

 

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Margaretenschlucht" ín der Gemarkung Neckargerach, Landkreis Mosbach (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 22.02.1940).

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31.Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Die rund 1,5 km südöstlich von Neckargerach auf der rechten Neckarseite in der Gemarkung Neckargerach Landkreis Mosbach liegende Margaretenschlucht wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von rund 5 ha und umfaßt in der Gemarkung Neckargerach

·                a) im Gewann Gickelsberg einen Teil des Grundstückes Lagerbuch Nr. 4036,

·                b) im Gewann Gisenbusch einen Teil des Grundstückes Lagerbuchnummer 3581.

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:8000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind.

Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Mosbach und dem Bürgermeister in Neckargerach.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) eine andere als die nach § 4 Absatz 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

·               e) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               f) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen zunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der Wasserläufe oder der Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               g) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen, oder als Wegweiser erforderlich sind.

§ 4

(1) Unberührt bleiben:

·                a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

·                b) die landwirtschaftliche Nutzung in dem bisherigen Umfange unter Erhaltung der beiden Feldeichen südwestlich von Punkt 267,

·                c) die forstwirtschaftliche Nutzung unter Wahrung des bisherigen standortsgemäßen Laubmischwaldcharakters.

(2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe, den 26. Januar 1940

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

- als höhere Naturschutzbehörde -

Nr. E 18071

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