2.010 Wüstnächstenbach und Haferbuckel

 

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Wüstnächstenbach und Haferbuckel" in der Gemarkung Weinheim a. d. Bergstraße, Bezirksamt Mannheim (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus u. Unterricht v. 04.09.1937).

Auf Grund der §§ 4,12 Abs. 2,13 Abs. 2,15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Das Gebiet der Gewanne Wüstnächstenbach und Haferbuckel in der Gemarkung Weinheim a. d. Bergstraße, Bezirksamt Mannheim, wird mit dem Tage der Bekanntmachung dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

·               a) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 5,7 ha und umfaßt i. d. Gemarkung Weinheim a. d. Bergstraße die Parzelle Nr. 4409.

·               b) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in zwei Karten im Maßstab 1:1300 und 1:25000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe (Baden), der unteren Naturschutzbehörde in Mannheim und dem Oberbürgermeister in Weinheim a. d. Bergstraße.

§ 3

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonstige lästige oder blutsaugende Insekten;

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen;

·               d) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen;

·               e) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt- oder Bodenbestand- teile anzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen;

·               f) Bild- oder Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

§ 4

(1) Unberührt bleibt die forstliche Bewirtschaftung.

(2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften im § 3 von mir genehmigt werden.

§ 5

Wer den Bestimmungen des § 3 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 6

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

Karlsruhe, den 17. August 1937

Der Minister des Kultus und Unterrichts als höhere Naturschutzbehörde

Im Auftrag

Kraft