2.016 Altrhein-Königsee

 

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Altrhein-Königsee" in der Gemarkung Liedolsheim, Landkreis Karlsruhe (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus und Unterricht v. 09.03.1942, S. 29).

 

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

 

Der Königsee mit seinen Ufern in der Gemarkung Liedolsheim, Landkreis Karlsruhe, wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 11,4463 ha und umfaßt in der Gemarkung Liedolsheim die Grundstücke Lagebuchnummer 3155, 3159, 3160, 3161a, 3161b, 3162 bis 3164 sowie Teile der Grundstücke Lagebuchnummer 1816, 2250a, 2506, 3156 und 3157.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:2000 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Karlsruhe und dem Bürgermeisteramt in Liedolsheim.

 

§ 3

 

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere, ausgenommen Fische, einzubringen,

·               d) eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

·               e) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               f) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               g) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

 

§ 4

 

(1) Unberührt bleibt:

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd und der Fischerei,

·               b) die landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, insbesondere die Streunutzung,

·               c) die forstliche Bewirtschaftung unter Wahrung des ursprünglichen Charakters.

 

(2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

 

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

 

Dieser Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

 

Karlsruhe, den 17. Februar 1942

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

- als Höhere Naturschutzbehörde -

Schmitthenner