2.019 Büchelberg

 

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Büchelberg" in der Gemarkung Neuhausen, Landkreis Pforzheim (Amtsbl. Bad. Minist. Kultus und Unterricht v. 24.04.1939, S. 76).

 

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. 1 S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31.Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgend verordnet:

 

§ 1

 

Der rund 600 m nordnordwestlich von Münzlingen in der Gemarkung Neuhausen, Landkreis Pforzheim, liegende Büchelberg wird mit seiner Umgebung in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzes gestellt.

 

§ 2

 

(1) Das Schutzgebiet hat eine Grösse von 48,5829 ha und umfasst in der Gemarkung Neuhausen, Gewann "am Büchelberg" und auf dem "Bdchelberg", die Grundstücke Lagerbuchnummer 1557 bis 1565, 1567 bis 1569, 1569a, 1570, 1571, 1573 bis1585, 1587 bis 1590, 1592 bis 1594, 1597 bis 1601, 1601a, 1602 bis 1605, 1605a, 1606 bis 1608, 1608a, 1609, 1611, 1612a, 1613 bis 1621, 1623 bis 1625, 1627 bis 1636, 1771, 1771a, 1772 bis 1777, 1783, 1785 bis 1787, 1789 bis 1795, 1797 bis 1825 sowie einen Teil der Lagerbuchnummer 1675.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:1500 rot eingetragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Pforzheim und dem Bürgermeisteramt in Neuhausen.

 

§ 3

 

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

·               e) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               f) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               g) Bild- und Schrifttafeln anzubringen soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen,

·               h) neue Steinbrüche anzulegen.

 

§ 4

 

(1) Unberührt bleiben:

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

·               b) die landwirtschaftliche und forstliche Bewirtschaftung und Nutzung in dem bisherigen Umfange und in der bisherigen Weise.

 

(2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

 

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

 

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

 

Karlsruhe, den 29. März 1939.

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

- als höhere Naturschutzbehörde -

Nr. E 3762 Im Auftrag Gärtner