2.021 "Felsenmeer", "Russenstein" und "Naturpark Michelsbrunnen"

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Nordbaden über die Naturschutzgebiete "Felsenmeer", "Russenstein" und "Naturpark Michelsbrunnen" in der Gemarkung Heidelberg, Stadtkreis Heidelberg vom 19. Mai 1956 (GBl. v. 28.06.1956, S. 103).

 

Aufgrund von § 15 Abs. 1 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) und von § 7 Abs. 5 der Durchführungsverordnung zum Reichsnaturschutzgesetz vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) wird mit Zustimmung des Kultusministeriums verordnet:

 

§ 1

 

Das Felsenmeer, der Russenstein (Haarlaßgebiet) und der Naturpark Michelsbrunnen in der Gemarkung Heidelberg, Stadtkreis Heidelberg, werden vom Regierungspräsidium Nordbaden mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung in dem im § 2 näher bezeichneten Umfang in das Naturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

 

§ 2

 

(1) Die Schutzgebiete haben eine Größe von 9,85 ha und umfassen in der Gemarkung Heidelberg Teile des Grundstücks Lagerbuchnr. 15757 mit 3,5 ha (Russenstein) sowie Teile des Grundstücks Lagerbuchnr. 5333/1 mit 4,95 ha (Felsenmeer) und mit 1,4 ha (Naturpark).

 

(2) Die Grenzen der Schutzgebiete sind in eine Karte1:25000 und in zwei Katasterhandzeichnungen 1:8000 rot eingetragen, die sich beim Regierungspräsidium Nordbaden in Karlsruhe befinden. Ausfertigungen dieser Karten befinden sich beim Kultusministerium in Stuttgart und beim Bürgermeisteramt in Heidelberg.

 

§ 3

 

In den Schutzgebieten ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fange geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der berechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonst lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) eine forstwirtschaftliche Nutzung auszuüben,

·               e) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               f) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               g) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gesetzes hinweisen.

 

§ 4

 

(1) Unberührt bleibt die Ausübung der Jagd.

(2) Bei Gefahr durch Borkenkäfer können die erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen in dem Fichtenbestand am "Russenstein" durchgeführt werden.

(3) In besonderen Fällen kann das Regierungspräsidium auf Antrag Ausnahmen von den Verboten des § 3 zulassen.

 

§ 5

 

Wer den Verboten des § 3 zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes bestraft.

 

§ 6

 

Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 19. Mai 1956

Regierungspräsidium Nordbaden

In Vertretung Bossert