2.029 Rottlichwald

 

Verordnung über das Naturschutzgebiet "Rottlichwald" in der Gemarkung Würmersheim, Landkreis Rastatt (Amtsbl. Bad. Min. Kultus und Unterricht Nr. 18 v. 12.08.1939).

 

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15 und 16 Abs. 2 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26.Juni 1935 (RGBl. I. S. 821) sowie des § 7 Abs. 1 und 5 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. S. 1275) wird mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde folgendes verordnet:

 

§ 1

 

Der rund 1 km nordwestlich von Würmersheim in der Gemarkung Würmersheim, Landkreis Rastatt gelegene Rottlichwald wird in dem im § 2 Abs. 1 näher bezeichneten Umfange mit dem Tage der Bekanntgabe dieser Verordnung in das Reichsnaturschutzbuch eingetragen und damit unter den Schutz des Reichsnaturschutzes gestellt.

 

§ 2

 

(1) Das Schutzgebiet hat eine Größe von 12 ha und umfaßt in der Gemarkung Würmersheim einen Teil des Grundstücks Lagerbuchnummer 564.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25000 und eine Katasterhandzeichnung 1:1500 rot ein getragen, die bei der obersten Naturschutzbehörde in Berlin niedergelegt sind. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der Reichsstelle für Naturschutz in Berlin, bei der höheren Naturschutzbehörde in Karlsruhe, der unteren Naturschutzbehörde in Rastatt und bei dem Bürgermeister in Würmersheim.

 

§ 3

 

Im Bereich des Schutzgebietes ist verboten:

·               a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

·               b) freilebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrich tungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten, oder Puppen, Larven, Eier oder Nester und son stige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen, unbeschadet der be rechtigten Abwehrmaßnahmen gegen Kulturschädlinge und sonstige lästige oder blutsaugende Insekten,

·               c) Pflanzen oder Tiere einzubringen,

·               d) eine andere als die nach § 4 Abs. 1 zugelassene wirtschaftliche Nutzung auszuüben,

·               e) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen oder das Gelände auf andere Weise zu beeinträchtigen,

·               f) die Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen,

·               g) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen.

 

§ 4

 

(1) Unberührt bleibt:

·               a) die rechtmäßige Ausübung der Jagd,

·               b) die forstliche Bewirtschaftung und Nutzung in dem bisherigen Umfange.

 

(2) In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung von mir genehmigt werden.

 

§ 5

 

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

 

§ 6

 

Diese Verordnung tritt mit ihrer Bekanntgabe im Amtsblatt des Badischen Ministeriums des Kultus und Unterrichts in Kraft.

 

Karlsruhe, den 11. Juli 1939

Der Badische Minister des Kultus und Unterrichts

- als höhere Naturschutzbehörde -

Im Auftrag Gärtner