2.036 Zavelsteiner Krokuswiesen

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Zavelsteiner Krokuswiesen", Landkreis Calw vom 29. Oktober 1979 (GBl. v. 25.01.1980, S. 26).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Okt.1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Bad Teinach - Zavelstein, Landkreis Calw, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Zavelsteiner Krokuswiesen".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 53 ha.

Es besteht aus zwei Teilen im Stadtteil Zavelstein; dem Teil 1, den unmittelbar nördlich gelegenen Freiflächen und einer Waldwiese von zusammen ca. 50,5 ha und dem Teil II, einer ca. 2,5 ha großen Waldwiese im Gewann "Jägeräcker":

Teil I

In den Gewannen »Dörräcker«, »Schnappenrad« und »Scheurenäcker« die Flst.Nr.:

118/1 (teilweise), 118/2, 118/3 (teilweise), 118/4 (teilweise), 118/5, 119/2 (teilweise), 119/3, 119/4, 119/5, 119/6, 11-9/7, 119/8 (teilweise), 120 (teilweise), 121, F.W. 12 (teilweise), 122/1, 122/2, 123, 124/1 (teilweise), 124/3, 124/4, 124/5, 124/6, 124/7, 124/8, 124/9, 124/10, 124/11, 125/1, 125/2, F. W. 4 Spinnerin-Kreuz-Weg (teilweise), 126, 127 (teilweise), 138/1, 138/2, 138/3, 13915, 140, 141, 142, 143/1, 143/2, F.W. 14, 144, 145, 146, 147, 148, 149, 15011, 150/2, 15013, 15111, 151/2, 152/1, 152/2, 153/1, 153/2, 15411, 154/2, 155, 156, 157, Vic.W. 1, Calwer Straße (teilweise), Vic.W. 4/1 Fronwaldstraße (teilweise);

Im Gewann »Schmidswald« die Flst.-Nr.:

158/1, 158/2, 170/2, 171, 172;

Im Gewann »Waldäcker« die Flst.Nr.:

F. W. 15, 159/1, 159/2, 15913, 160, 161/1, 161/2, 162, 163/1, 163/2, 164/1, 164/2, 165, 166, 167, 168, 169;

Im Gewann »Ladenäcker« die Flst.Nr.:

173, 174, 175, 176/1 (teilweise), 176/2, 178 (teilweise), 179 (teilweise), 180, 181,182, Vie.W. 4/2, Krokusstraße (teilweise);

In den Gewannen »Müßäcker« und »Wagrain«die Flst.Nr.: 183/2, 18313, 183/5, 184, 185, 186, 187, 189, 190/1, 190/2, 191, 192, 193 (teilweise), 194 (teilweise), 195/1, 195/2, 195/3, 196/1, 196/2, 196/3, 197, 198, 19911, 200/1, 200/2, 201, 202, 203, 204, 205, 261 (teilweise), Speßhardter Straße (teilweise);

Im Gewann »Steinlaible II« die Flst.Nr.:

249, 250, 251;

Teil II

Im Gewann »Jägeräcker« die Flst.Nr.:

254, 255, 256, 257/1, 257/2, 257/3, 258/1, 258/2.

 

(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in einer Karte im Maßstab 1:2500 sowie einer Nutzungskarte im Maßstab 1:2500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde - Regierungspräsidium Karlsruhe - verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde - Landratsamt Calw in Calw. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist die Erhaltung und Förderung der weithin bekannten reichen Krokusbestände (Crocus napolitanus) und die Erhaltung der naturnahen und landschaftlich reizvollen Wiesenlandschaft um die Stadt Zavelstein.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder zu einer Beeinträchtigung des Schutzzweckes führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a.       bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

b.      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

c.       die Bodengestalt zu verändern;

d.      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

e.       Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f.       die Art der bisherigen Grundstücksnutzung entsprechend der Nutzungskarte zu ändern, Dauergrünland umzubrechen, Dung auf Dauergrünland während der Krokusblüte auszubringen;

g.      zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorbetriebene Schlitten zu benutzen;

h.      Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

i.        Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, Krokuspflanzen oder Teile hiervon zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

j.        Feuer auf Dauergrünland anzumachen;

k.      das Beweiden von Dauergrünland sowie Weiden und Koppeln darauf einzurichten.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

a.       für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

b.      für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß § 4 Abs. 2 Ziffer 6 und 11 beachtet werden müssen;

c.       für die Umwandlung von Acker in Dauergrünland;

d.      ür die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege, der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

e.       für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

f.       für behördlich zugelassene oder angeordnete Beschilderungen;

g.      für die im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde vorgenommenen Anpflanzungen oder Gehölzbeseitigungen;

h.      für Verbreiterungen der bestehenden Straßen und Wege auf maximal 6,50 m.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die Wiesen sind jährlich mindestens einmal nach Ende der Blüte zu mähen; das Mähgut ist von den Dauergrünlandflächen zu entfernen. Sonstige Schutz- und Pflegemaßnahmen werden, soweit erforderlich, von der höheren Naturschutzbehörde im Einzelfall angeordnet.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 29. Oktober 1979

Dr. Burkard