2.037 Ritterbruch

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Ritterbruch" vom 10. Dezember 1979 (GBl. v. 25.01.1980, S. 32).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs.1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21 .Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S.99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Kraichtal, Gemarkung Oberacker, Landkreis Karlsruhe, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Ritterbruch".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 4,5712 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 6. März 1979 auf dem Gebiet der Stadt Kraichtal, Ortsteil Oberacker das Grundstück Flst. Nr. 1848.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:10000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:1500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde, Regierungspräsidium Karlsruhe, verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde, Landratsamt in Karlsruhe. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist:

a.       die Erhaltung und Pflege eines ökologischen Ausgleichsraumes innerhalb einer intensiv land wirtschaftlich genutzten Feldflur des Kraichgaues;

b.      die Erhaltung und Pflege eines Flachwasserteiches mit Röhricht- und Gehölzgürtel in einer Quellmulde des Kraichgaues als Lebensraum seltener und typischer Tier- und Pflanzengesellschaften und als wissenschaftliches Untersuchungsobjekt.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer nachhaltigen Störung, zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a.       bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

b.      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

c.       die Bodengestalt zu verändern;

d.      Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

e.       Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f.       Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

g.      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

h.      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- und Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i.        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

j.        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

k.      Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

l.        das Schutzgebiet außer an den entsprechend gekennzeichneten Beobachtungspunkten zu betreten;

m.    Feuer anzumachen.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht für:

a.       die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd;

b.      die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

c.       die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

d.      Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

e.       behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die für das Schutzgebiet erforderlichen Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden durch einen Pflegeplan und, soweit erforderlich, durch Einzelanordnungen der höheren Naturschutzbehörde festgelegt.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne von § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotene Handlung vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündigung

in Kraft.

 

Karlsruhe, 10. Dezember 1979

DR. MÜLLER