2.043 Bauschlotter Schloßpark

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Bauschlotter Schloßpark", Enzkreis vom 21. Dezember 1979 (GBl. v. 14.02.1980, S. 89).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Neulingen, Ortsteil Bauschlott, Landkreis Enzkreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Bauschlotter Schloßpark".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 5,8 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 15. Februar 1979 auf dem Gebiet der Gemeinde Neulingen, Ortsteil Bauschlott die Grund­stücke Flst.Nr.: 4742, 4743, 4744 (teilweise), 4746 (teilweise), 4746/1 und 4746/2.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1:500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe in Karlsruhe verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Enzkreis in Pforzheim. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck aus kulturellen sowie ökologischen Gründen ist die Erhaltung der historischen Parkanlage in ihrem Bestand, ihrer Eigenart, Vielfalt und Schönheit.

Die Schutzwürdigkeit ist insbesondere gegeben aufgrund:

a) der Bedeutung des Gartens als historische Anlage in ihrer gesamten Ausdehnung. Der Garten stellt infolge seines künstlerischen Wertes, seiner stilistischen Reinheit und seines Erhaltungszustandes für seine Zeit einen Ausnahmefall dar;

b) der Bedeutung des Gartens als Wuchsort seltener Pflanzen, insbesondere zahlreicher schutzwürdiger Baumarten;

c) der Bedeutung des Gebietes mit seiner naturnahen Ausstattung als Lebensraum artenreicher Tiergesellschaften.

Verbindlich für die Erhaltung der Bauschlotter Parkanlage als Kulturformation ist die Planung und der Aufbau im klassizistischen Stil Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts in der Tradition der Landschaftsarchitekten Skell und Rawson.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

b)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder An lagen dieser Art zu verändern;

c)      die Bodengestalt zu verändern;

d)     Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

e)      Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f)       Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

g)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

h)      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

j)        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen;

k)      Feuer anzumachen;

l)        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

m)    bauliche Anlagen, die Bestandteil der Parkanlage sind, zu entfernen oder zu verändern.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht für:

a)      die bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

b)      Schutz- und Pflegemaßnahmen, die aus einem Pflegeplan gemäß § 6 entwickelt werden;

c)      behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

(1) Schutz- und Pflegemaßnahmen sind durchzuführen, sobald sie die Aufrechterhaltung des Schutzzweckes notwendig machen. Sie müssen grundsätzlich dem Schutzzweck gemäß § 3 entsprechen.

 

(2) Die für den Tatbestand des Schutzzweckes erforderlichen Schutz- und Pflegemaßnahmen werden aus einem Pflegeplan entwickelt. Der Pflegeplan wird auf der Grundlage der historischen Parkanlage von den zuständigen Behörden in Abstimmung mit den Eigentümern aufgestellt und fortgeschrieben.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrigkeiten im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 21. Dezember 1979

Dr. Müller