2.044 Diefenbacher Mettenberg

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Diefenbacher Mettenberg" vom 21. Dezember 1979 (GBl. v. 14.02.1980, S. 90).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Sternenfels, Gemarkung Diefenbach, Landkreis Enzkreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Diefenbacher Mettenberg".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 3 ha.

Es umfaßt nach Durchführung der Flurbereinigung und Eintrag des Wege- und Gewässernetzes sowie der Neuabgrenzung der Grundstücke auf dem Gebiet der Gemeinde Sternenfels, Gemarkung Diefenbach, das Grundstück Flst. Nr. (neu): 2801 -Wald/offene Hanglage - (teilweise).

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte (Meßtischblatt) Maßstab 1:25000 und in einer Detailkarte (Flurkarte) Maßstab 1:2500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe in Karlsruhe verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Enzkreis in Pforzheim.

Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Wesentlicher Schutzzweck ist aus ökologischen sowie wissenschaftlichen Gründen die Erhaltung der Bergkuppe des Mettenberges mit seinem naturnahen Eichenwald (Luzulo Quercetum) und seinen Steppenheidefluren in ihrer Eigenart, Vielfalt und Schönheit.

Die Schutzwürdigkeit ist besonders begründet in:

a) der Bedeutung des Gebietes als Lebensraum artenreicher Pflanzen- und Tiergesellschaften;

b) der Bedeutung des Gebietes als Standort seltener und gefährdeter Pflanzenarten wie Waldanemone (Anemone sylvestris), Pechnelke (Viscaria vulgaris) und Speierling (Sorbus demestica).

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen, auch wenn sie keiner baurechtlichen Entscheidung bedürfen, wobei die Errichtung, das Herstellen, Aufstellen, Anbringen, Einbauen, Einrichten, Änderungen oder Nutzungsänderungen gleichstehen;

b)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen oder zu verändern, Leitungen aller Art zu verlegen oder zu verändern;

c)      die Bodengestalt zu verändern;

d)     Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes verändern;

e)      Abfälle oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f)       Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

g)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

h)      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen und zu vertreiben, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten; Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn-, Rast-, Nahrungs- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören, sowie zum Fang geeignete Vorrichtungen zu bauen, zu errichten und zu betreiben;

i)        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern;

j)        zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder motorgetriebene Schlitten zu benutzen;

k)      Feuer anzumachen;

l)        ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

m)    das Verlassen der Wege;

n)      das Einbringen von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden aller Art;

o)      Fluggeräte aller Art zu betreiben wie Segelflugzeuge, Drachenfluggeräte oder Flugmodelle.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht für:

a)      die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

b)      die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß die im Schutzgebiet befindlichen Waldteile schonwaldartig bewirtschaftet werden, um das bisherige Bestandsbild mit Eiche, Hainbuche und Begleitholzarten zu erhalten;

c)      Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

d)     behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die für das Schutzgebiet erforderlichen Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sind durch Einzelanordnungen der höheren Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der Bezirksstelle festzulegen.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 21. Dezember 1979

Dr. Müller