2.048 Unteres Heimental

 

Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde über das Naturschutzgebiet "Unteres Heimental" vom 21. Dezember 1979 (GBl. v. 29.02.1980, S. 131).

 

Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Landeswaldgesetz vom 10. Februar 1976 (GBl. S. 99), wird verordnet:

 

§ 1 Erklärung zum Schutzgebiet

 

Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Elztal, Gemarkung Rittersbach und der Gemeinde Schefflenz Gemarkungen Ober- und Mittelschefflenz, Landkreis Neckar-Odenwald-Kreis, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Unteres Heimental".

 

§ 2 Schutzgegenstand

 

(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 40,3 ha. Es umfaßt folgende Grundstücke ganz oder teilweise (t)

auf dem Gebiet der Gemeinde Schefflenz, Gemarkung Oberschefflenz:

10184-10187, 10188 (t), 10189 (t), 10190 (t), 10191, 10192-10196, 10234, 10235 (t), 10230 (t), 10240 (t).

Auf Gemarkung Mittelschefflenz:

7569.

auf dem Gebiet der Gemeinde Elztal, Gemarkung Rittersbach:

1596(t), 1663 (t), 1664 (t), 1665 (t), 1615 (t), 1690/1, 1690-1692, 1694-1696, 1698-1710, 1711 (t), 1712 (t), 1713-1715, 1717 (t), 1718 (t), 1719 (t), 1720 (t), 1726 (t), 1727 (t), 1728, 1729, 1733 (t), 1734 (t), 1735-1737, 1739 (t), 1780 (t), 1781 (t), 1783, 1784 (t), 1785/2 (t), 1786/1 1787 1788 (t), 1789 (t), 1790 (t), 1803 (t), 1804 (t), 1805 (t), 1806 (t), 1809-1815, 1817, 1818 (t), 1852 (t), 1853 (t), 1854-1856, 1857/1, 1857/2, 1858-1861, 1865, 1867, 1868, 1869 (t), 1876 (t), 1877 (t), 1878 (t), 1880 (t), 1881 (t), 1883 (t), 1884 (t), 1886 (t), 1887 (t), 1888 (t), 1889 (t), 1890, 1891, 1914 (t), 1912, 1913, 1916, 1918, 1919-1924, 1927-1936, 1939, 1940, 1941/1, 1941/2, 1942-1944, 1946-1963, 1965-1971, 1974, 1976-1984, 1985/1, 1988, 1989, 1990, 1991, 1991/1, 1992, 1992/1, 1993/1, 1993/2, 1994 (t), 1996 (t), 1997, 1998, 1999, 1999/1 (t), 2000 (t), 2001 (t), 2002 (t), 2008 (t), 2009 (t), 2010 (t), 2011 (t), 2012 (t), 2013, 2014, 2016, 2017 (t), 2018 (t), 2019 (t), 2020 (t), 2023 (t), 2025 (t), 2026, 2027, 2028 (t), 2029, 2030, 2033-2041, 2042-2045, 2930, 2931, 2935, 2936, 2937 (t), 2938.

 

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Karte im Maßstab 1:25000 und in zwei Flurkarten im Maßstab 1:1500 rot eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde - Regierungspräsidium Karlsruhe - in Karlsruhe verwahrt: eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde - Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis - in Mosbach. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.

 

§ 3 Schutzzweck

 

Schutzzweck ist:

·         Die Erhaltung eines ausgedehnten Feuchtgebietes mit Riedwiesen (Großseggenbeständen) und Baumweiden in der Talaue;

·         Die Erhaltung und Sicherung der durch Trockenrasengesellschaften geprägten Talhänge und Böschungen;

·         Die Erhaltung der außerordentlichen Vielfalt der hier lebenden Tiere und Pflanzen.

·         Die Erhaltung und Förderung des Gebietes als Brut-, Nahrungs- und Rastbiotop für zum Teil bedrohte Vogelarten und

·         die Erhaltung als Lebensraum für Amphibien und Reptilien.

 

§ 4 Verbote

 

(1) In dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.

 

(2) Insbesondere ist verboten:

a)      bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen;

b)      Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen anzulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;

c)      die Bodengestalt zu verändern, vor allem Abgrabungen oder Auffüllungen vorzunehmen;

d)     Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt der Talaue zu Lasten des Schutzzweckes verändern;

e)      Abfälle, Erdaushub, Baumaterialien oder sonstige Gegenstände zu lagern;

f)       Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;

g)      Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;

h)      Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;

i)        die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern, vor allem durch Umbrechen von Dauergrünland in Ackerland;

j)        die zugelassenen Wege zu verlassen;

k)      Feuer zu machen, zu zelten, zu lagern;

l)        Boot fahren, zu angeln, zu baden. Modellboote und Modellflugzeuge zu betreiben;

m)    ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen;

n)      zu reiten und das Gebiet außer zum Zwecke der landwirtschaftlichen Nutzung mit Motorfahrzeugen oder bespannten Fahrzeugen zu befahren.

 

§ 5 Zulässige Handlungen

 

§ 4 gilt nicht:

a)      für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd;

b)      für die ordnungsmäßige land- und forstwirtschaftliche Nutzung der Grundstücke in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;

c)      für die Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland;

d)     für die sonstige bisher rechtmäßig ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßig bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;

e)      für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden;

f)       für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.

 

§ 6 Schutz- und Pflegemaßnahmen

 

Die für das Schutzgebiet erforderlichen Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden durch einen Pflegeplan und, soweit erforderlich, auf Einzelanordnungen der höheren Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege festgelegt.

 

§ 7 Befreiungen

 

Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG durch das Regierungspräsidium Karlsruhe als höhere Naturschutzbehörde Befreiung erteilt werden.

 

§ 8 Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.

 

§ 9 Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

 

Karlsruhe, den 21. Dezember 1979

Dr. Müller